Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1894255
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FlÜhYGlliIiSSit 
angeschlossen l, während Lerniolieff von Benczzo als dem besten Landschafts- 
maler, der in der Mitte des Jahrhunderts in Italien lebte, spricht Dass letztere 
Behauptung angesichts dessen, was Filippo Lippi, Piero della Francesca und 
Antonio Pollajuolo schon geleistet, unhaltbar ist, ist klar, und es wird heute 
nicht mehr möglich sein, in Benozzo mehr als einen Meister von mittlerer 
Begabung zu sehen, der an Geist und Kraft weder seinen Lehrer Fra Angelico 
noch andere Zeitgenossen erreichte. Aber immerhin darf man darüber den in 
seiner Gesammtwirkung bedeutenden Eindruck nicht verkennen, welchen das 
umfangreiche Werk im Oainposanto ausübt. Manche seiner Schwachen sind ge- 
wiss der Mitwirkung untergeordneter Gehülfen zuzuschreiben; an den heitern 
Gestalten der Weinlese, an dem beredten Ausdruck des mächtigen, in der 
Mitte des Jahrhunderts Toscana durchliuthenden Lebens wird man stets seine 
helle Freude haben dürfen. 
Benozzo G ozzoli 
Weinlese und Trunkenheit Noahs. 
Camposanto zu Pisa. 
Alinari. 
Aber freilich kann man der Frage nicht ausweichen: war dann diese 
frohe, lebensheitere Erzählung der alttestamentlichen Geschichte noch eigent- 
lich religiöse Kunst? Und damit kommen wir zu der weitern Frage, welche 
von Denjenigen, die den Camposanto behandelt haben, ganz übersehen wurde: 
0b für die decorative Ausstattung dieser ltäume irgend eine Art von Pro- 
gramm vorlag, oder 0b sich in derselben wenigstens etwas entdecken lässt, 
was als Plan und leitender Gedanke angesehen werden kann. 
Wir haben (II 1, 373) im allgemeinen die Grundsätze kennen gelernt, nach 
welchen der bildnerische Schmuck der Kirche im Mittelalter geordnet wurde. Die 
(lecorative Ausstattung der Coemetcrien konnte nur allmählich festeren Gesichts- 
punkten unterworfen werden, seit die läestattungsweise der altchristlichen 
Zeit verlassen war und namentlich für die grossen klösterlichen Genossenschaften 
die Beisetzung in dem an das Kloster und die Kirche angelegten Claustrum 
stattfand. Auch der Camposanto zu Pisa ist im Grunde als ein der Kathedrale 
annexes Clanstrum aufzufassen. Ueber die ursprüngliche Idee eines solchen 
Gesammt- 
inhalt der 
Campu- 
Santo- 
Bilder. 
l Svrmo 1. c. p. 196 sg.  
1:01:11 Die Jugendwerke des 
 MAX WINGEN- 
Benozzo Gozzoli 
(Heidelberg 
Die Galerie 
1897) 
zu Bei 
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