Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1894217
ihrenaissanco. 
Assunta gemalt habe (I 552). Man nimmt an, dass diese Notiz sich auf das 
noch vorhandene Fresco von ausserordentlicher Schönheit (abgebildet bei Su- 
pino p. 109) bezieht, wobei dann freilich fraglich ist, was unter dem von dem- 
selben Vasari (I 447) dem Stefano Fiorentino zugeschriebenen Bild Ja Nostra 
Donna del Caanposantrf zu verstehen sei. Vermuthlich liegt eine Vergesslich- 
keit Vasarfs vor. Cavalcaselle (I 332; II 253) gibt den sienesischen Charak- 
ter dieser Assunta zu, halt sie aber zu schwach für Simone. Uns scheint 
Supino (S. 110) im Gegentheil das Richtige zu treHen, wenn er dies Bild von 
vornehmer Composition und ausserordentlicher Schönheit Sinione zurücker- 
stattet. In der That ist es des Meisters werth und sicher eine der edelsten 
Darstellungen des Sujets. 
Dagegen hat man Vasarfs Angabe fallen lassen, welcher drei der unter 
der Thüre beginnenden Scenen aus der Legende des hl. Ranieri  eben- 
falls als Werke Simoneis bezeichnet (I 552). Seit Bonaini die urkundliche 
Notiz mittheilte, dass 13. October 1377 dem Maestro Andrea da Firenze 
,pr0 pict-zera storic beati Raneriii, pro residuo (licte storirf 529 Lire und 10 Soldi 
ausgezahlt wurden, gilt dieser Künstler als Urheber der Raineri-Geschichten, 
bis auf die drei letzten, welche 1386 Antonio Veneziano zur Ausführung 
überlassen wurden. Nur freilich wird es kaum möglich sein, festzustellen, an 
wen von den zahlreichen Florentiner Malern mit Namen Andrea hier zu denken 
ist. Bonainil schlug Andrea Ristori del Popolo di S. Pancrazio (lebte bis 1392) 
vor, Milanesi einen Andrea Bonacuti. Sicher ist, dass die obern drei Bilder: 
Bekehrung des hl. Raineri; Raineri nimmt den ()rdenshabit; seine Wunder, 
trotz mancher Vorzüge das Lob kaum verdienen, welches ihnen vielfach ge- 
spendet wird. Die Köpfe erniangeln des Ausdrucks, die Bewegungen des Körpers 
sind conventionell, die Zeichnung manierirt und die Gewandung noch recht 
eckig und hart. Der sehr üble Zustand der Gemälde lässt den Werth der 
architektonischen Hintergründe schwer erkennen. Die Fortsetzung in der 
untern Reihe durch Antonio Veneziano ist bedeutender: sie lässt die Rückkehr 
des Heiligen zu Schiff, seinen Tod (1161), die Beisetzung, die Rettung Ugucciones 
di Rinaldo im Sturm erkennen. Vasari (I 665) kann diese Arbeiten nicht 
genug loben: er findet sie, mit Recht, von grosser Lebhaftigkeit und Schön- 
heit in der Ausführung. Namentlich sind die Schiffe und die Marine-Scenen 
mit einer für die damalige Zeit hervorragenden Kunst behandelt. 
Die Fortsetzung der Wand zeigt uns in einem grösstentheils zerstörten 
Zustand die von Spinello Aretino (1391_1892) gemalte Legende zweier 
Heiligen (l0gl3), welche Vasari (I 690) S. Petito und S. Epiro nennt. 
Della Valle und Andere corrigiren diese Angabe in S. Eliso e Petito; Ciampi 
liest Eiisio e Potito; Cavalcaselle (I 828 f.; II 184 f.) gibt den zwei Heiligen 
die Namen Ephysius und Potitus zurück. Kaum erkennbar ist Ephysius vor 
Diocletian, besser die effectvolle Scene seines Kampfes gegen die Heiden in 
Sardinien und seine Verurteilung vor dem Praetor. Die Legende des armen 
Bettlers Potitus spielt in Valeriana, unter Antoninus. Rosinfs Urteil, die 
Arbeiten Spinellols im Camposanto seien besser als seine übrigen, aber er 
selbst der schwächste von Allen, die dort gemalt, wird von Supino (S. 159) 
zu hart befunden; vielleicht mit Unrecht, denn viel Geist spricht jedenfalls 
nicht aus denselben heraus. 
Die 
Heiligen- 
legenden. 
BONAINI 
Mem.
        

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