Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1893892
italienische 
renaissance. 
dem Traume des Priors Fra Guala zu Brescia, wo der hl. Dominieus horizontal 
ausgestreckt liegt, zwei oben von Christus und Maria gehaltene Leitern auf seinem 
Körper stehen und auf ihnen die Engel die Seele des Heiligen gen Himmel führen. 
Den Traum des Papstes Innocenz III von dem das wankende Gebäude der Kirche 
stützenden Helden sieht man in der zweiten 
j i Seene auf Dominicus angewandt  eine 
 iäeälliie 11331311 äiiill Siinfllääliiitill 
   die Apostelfürsten Petrus und Paulus am 
i  Thor des Lateran dem h]. Dominicus Stab 
  "ßii-Iäü    und Evangelium; in einer vierten verbrennt 
  95;: Dominicus die Bücher der Häretiker: man 
 mit;   sieht, schon hier wird die Rolle des Inquisi- 
  Ä   m1"   f; tors und die Pritponderanz im kirchlichen 
 Lehramt bewussterweise in den Vorder- 
l       grund gestellt. 
     Interessanter noch ist das zweite Bild 
-_l 4.; {g ;    g-j (Bild 45), welches Traini gleichfalls für 
   3   .  SgCaterina in Pisa malte: das Tafelgemälde 
äl,  mit der Glorie des hl. Thomas von Aquin 1. 
igäiaäfll ß "   Vasari (I 612) behauptet, es gebe die Züge 
  ) 1    des Heiligen nach der Natur wieder  Ji- 
    glumlnff als? "F" tratti di naturale"  indem die Frati ein 
  engl: Hilf"  Porträt des Heiligen aus Fossanuova, wo 
 _g  Thomas 1274 (nicht 1323, wie Vasari an- 
      s,   gibt) gestorben war, hätten kommen lassen. 
     17111 Man darf annehmen, dass auf diese Notiz 
 ;    "s  die vielfach als authentische Porträts ver- 
       breiteten Bilder des Doetor Angelieus zu- 
        rückgehen. Um 1271 gab es in Italien noch 
  Ä    [5 keine Porträtkunst, und was wir von Tho- 
31533,      masbildern besitzen, verräth überall den 
       Typ und die Mache einer spätern Zeit. 
 , T1     Traini lässt S. Thomas mitten in einer kreis- 
 i g,     förmigen Mandorla thronen, bartlos und 
11.3..      jugendlich. Der Englische Lehrer hält ausser 
 l . 1   mehreren auf seinem Schooss ruhenden Bü- 
    1  I'll chern einen grossen Codex vor sich, auf 
    c dessen aufgeschlagenen Seiten die Worte 
   Salomons (Sprüchw. S, 7) stehen: Jferitatem 
       meclitabit-ur guttur mcum, et labia mm de- 
 testabuntur ianpiuvnf Es War nicht nöthig, 
Fig. 44. Traini, m. Dominicus. Mittelstück weit herum zu rathen, Weshalb dieser Bibel- 
des Gemäldes in der Akademie zu Pisa.   
(Phot Annari, Vers hier steht; denn es 1st der Anfang der 
,Summa eontra Gontilesi Die obere Hälfte 
des Gemäldes nimmt ein Hemicyklus ein, den Paulus und Moses mit den vier 
Evangelisten bilden und der nach oben mit der Erscheinung Christi absehliesst. 
Der Herr, umgeben von Cherubim, ist von dem mandelförmigen Nimbus um-
        

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