Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1893552
italienische 
Prührenaissar 
stehenden beinächtigt. Athmen all diese Figuren Leben und Beseelung, so 
ergreift uns die Darstellung der schönen, vom Tod zum Leben wiederkehrenden 
Drusiana aufs tiefste; man muss bis Masaccio gehen, um eine diesem Werke 
ebenbürtige dramatische Wirkung zu tinden. Die Kapelle, welche Giotto für 
den Parteigänger der Ghibellinen, Ridolfo cle' Bardi (nach 1310 P), ausrnalte, ist 
gänzlich dem Andenken S. Francescois gewidmet. In den drei Wandstreifen 
sehen wir das Vermächtniss des Heiligen, die Stiftung seines Ordens, die 
Feuerprobe vor dem Sultan, die Erscheinung des hl. Franz vor dem hl. Antonius 
in der Kirche zu Arles, den Vorgang, wie Franciscus sich todkrank nach 
S. Maria degli Angeli tragen lässt, Assisi segnet, und der Bischof dann aus der 
Ferne zu Monte Gargano sein Ende schaut, die Mönche mit Erstaunen ihren 
Meister von Engeln zum Himmel getragen sehen (Fig. 32)  das Alles ist 
mit grösster Anschaulichkeit und nicht ermüdemler dramatischer Kunst hier 
vorgetragen. Die Neigung des Künstlers zur Allegorie offenbart sich wieder 
in der Schilderung der Ordenstugenden an der Decke.  Eine magere, aber 
Der hl. 
Franciscus 
1er Bahre. 
Croce zu F 
Alinari 
süsse Gestalt, schon wir die ,Arn1ut', Franciscus" Lieblingstugend, mit Dornen 
und Hosen bekränzt; ein zerrissenes Kleid deckt nothdürftig ihren abgehärrnten 
Leib, um die Lenden schlingt sich der einfache Gürtel, die Linke hält einen 
Stock; ein Hund bellt dies hungernde Weib an, das sich nun auf den Weg 
macht, um seinen Siegeslauf durch die verweichlichte und üppige Welt zu 
nehmen. Die Keuschheit", den Mantel über den Kopf gezogen, sitzt Wieder 
zwischen zwei Engeln in ihrem Thurme. Der ,Gel10rsan1' erscheint als ein 
Mönch mit dem aufgelegten Joche und mit dem Finger auf den schweigsamexl 
Lippen. Dabei ist S. Franciscus selber, mit emporgehaltenen Armen seine 
Stigmata zeigend, vorgestellt.  
Nur Hüchtig kann hier der 'l hätigkeit Giottds in Ravenna (Kirchenvater 
und Evangelisten in S. Giovanni  wo man ihn ebenfalls mit Dante zu- 
sammenbringen wollte, und in Neapel gedacht werden, wohin ihn König Robert 
1330 berief, um zunächst zwei Kapellen in Castel Nuovo auszumalen, nach- 
dem Giotto schon 1328 in Florenz selbst für des Königs Sohn und Vicarius, 
Carlo lllustre, beschäftigt gewesen war.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.