Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886496
Altchristlicher Malerei. 
(dignos effice conv-ivio tuo beato liLit. orient.]); die Aufnahme ins Paradies; 
von den Bildern der Auferstehung: Job, Lazarus, die Auferstehung Christi. 
Ebenso begegnen uns in den Liturgien die Uebergabe der Schlüssel an Petrus, 
die Taufe Christi am Jordan und die über dem" Täufling schwebende Taube. 
Es fehlen in den Funeralliturgien einzelne Scenen aus der Sarkophagsculptur, 
wie das Gesicht des Ezechiel, der Phönix, die Auferweckung der Tochter 
des Jairus, diejenige der Tabitha, welche den erwähnten verwandt sind. 
Le Blant gibt zu, dass auch, wie die Scenen aus dem Leben des Herrn auf 
einem Sarkophag zu Arles, historische Darstellungen unterlaufen; aber, schliesst 
er, der Cyclus der Grabsculpturen erscheint doch ganz beherrscht durch die 
die Funeralliturgien durchziehende Idee, welche in später Nachwirkung noch 
in dem Rolandslied wiederkehrt 1. 
In diesen Ausführungen Le Blants ist einmal der sepulcrale Charakter 
der Sarkophagreliefs, andererseits der Einfluss der Liturgie auf die Wahl der 
Sujets herausgestellt. 
Gegen die letztere Annahme lässt sich allerdings sagen, dass bis jetzt 
nicht erwiesen ist, dass irgend eine der erwähnten Liturgien in das 4. Jahr- 
hundert oder gar in die Zeit der Verfolgungen hinaufreicht. Indessen sprechen 
doch für ein sehr hohes Alter derselben sehr starke Gründe. Bedenklicher 
erscheint, dass Le Blant seine Untersuchung auf die Sarkophagsculpturen 
beschränkt und die vor allem in Betracht zu ziehenden, weil viel älteren 
Malereien der Katakomben von seiner Betrachtung ausgeschlossen hat. An 
sich ist durchaus nicht undenkbar, dass die populär gewordenen und allgemein 
verständlichen Scenen der Bildnerei gerade wegen ihrer Geläufigkeit in die 
Liturgien aufgenommen wurden; andererseits bieten die Malereien eine ganze 
Serie von Sujets dar, bei denen ein sepulcraler Sinn geradezu ausgeschlossen 
erscheint. Die Abweichungen der dargestellten Einzelheiten von den An- 
gaben der Heiligen Schrift, die Freiheit, welche sich die Künstler gegenüber 
dem heiligen Texte nehmen, sind nicht in Abrede zu stellen. Sie beweisen 
eine gewisse Unabhängigkeit seitens der ausführenden Maler und Bildhauer, 
gerade wie das bei den Grabschriften der Fall ist. Auch die Unwissenheit 
der Künstler kann nicht befremden, bedenkt man, wie unsicher z. B. die Bibel- 
kenntniss eines Arnobius oder Lactantius ist. Mit all dem scheint aber nicht 
bewiesen zu sein, dass auch die Bestimmung und Auswahl der darzustellenden 
Sujets im Princip und im allgemeinen der Willkür der Künstler anheimgegeben 
war: einmal deshalb nicht, weil gewisse Freiheiten und Fehler auch in Zeiten 
und unter Umständen Vorkommen, wo uns die genaue Ueberwachung und 
Angabe der Sujets durch die Bischöfe oder den Klerus ausdrücklich bezeugt 
1st; dann weil sich sonst nicht erklären liesse, dass der Bildervorrath der 
ersten Jahrhunderte ein ganz beschränkter und genau festgestellter ist. Wären 
die Künstler ohne hierarchische Ueberwachung in der Wahl ihrer Sujets ganz 
frei gewesen, so ist nicht abzusehen, weshalb sie den Kreis der darzustellenden 
Gegenstände nicht namhaft erweitert hätten. Und ebensowenig lassen sich 
manche Details erklären, welche den mit der Schriftauslegung nicht genau 
bekannten Malern unmöglich geläufig sein konnten und welche sich nur dann 
erklären lassen, wenn die Hand derselben einer gelehrten und bewussten 
Leitung unterworfen war.  
1 
auch 
La chanson de 
die Erweckung 
Roland str. 203, 
des Lazarus und 
XVO 
die 
Erlösung Daniels 
wähnt sind. 
3.115 
der 
Löwengrube
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.