Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886480
Drittes 
Christus apud te sit, ut te defendat. In den Worten REQVIESCIT    IN 
SPE RESVREctionis VITE AETERNE auf einem Stein der Viennoise, also 
einer von Griechen besiedelten Colonie, liess sich eine Formel der orientali- 
sehen Liturgie nachweisen (zlluiaßvyn rrziurruu 21321 rrpoxszozfrqjzäuzuv ärr, sind): 
(Zurwwfaezißg Cruig aäwufziu). Die Acclamation des Todtenofficiums: Suscipe, Do- 
minas, animam famuli tui in Immun; anima eius in bonis (i) gßulb aümö äu 
rZ-faüzßfg), kehrt in den epigraphischen Wendungen SPIRITVS TVS IN BONO, 
ISPIRITVS TVS IN BONO SIT, ISPIRITVS IN BONV QVESCAT, SPIRITVS 
TVVS IN BONO wieder. Eine griechische Inschrift von 409 erinnert an 
mehrere griechische Gebetsformeln bei Goar, sowie an die Oratio ad se- 
pltlöhrltüb und eine Commendatio aniwzae im Sacramentar des Gelasius. Merk- 
würdig ist die grosse Inschrift von Colasucia in Nubien, welche ein heute 
noch in der griechischen Kirche erhaltenes Gebetl wiedergibt. 
Der Gedanke, dass in derselben Weise wie die Epitaphien, so auch die 
Sculpturen der Sarkophage von den Texten der Liturgie beeinflusst seien, 
legte sich selbstverständlich nahe. In der That konnte Le Blant eine Reihe 
von Formeln aufweisen, welche sich mit den Sujets unserer Bildwerke be- 
gegnen. Die Commendatßio animae, die sich allerdings erst in einem Ponti- 
ficale des 9. Jahrhunderts (des Prudentius von Troyes) nachweisen lasst, die 
aber für viel älter gehalten wird, ruft das Erbarmen des Herrn an, so wie 
er sich Henochs und Elias, N0e's, Abrahams, Jobs, Isaaks, Lots, Moses, 
Daniels, der drei Jünglinge im Feuerofen, der Susanna, Davids, Petrus und 
Paulus, Thekla's erbarmt habe. Aehnlich ein Orclo (in exitu animae des 
11. Jahrhunderts, der aber auch viel höher hinaufreicht. Fast genau diese 
Sujets sieht man auf der berühmten zu Podgoritza in Albanien ausgegra- 
benen Schale der frühern Basilewskfschen Sammlung (jetzt in St. Peters- 
burg); und dieselben Anrufungen  ,erlöse uns, 0 Herr, wie du die drei 
Jünglinge aus dem Feuerofen, Daniel aus der Löwengrube, Moses aus den 
Händen des Pharao, Susanna vor ihren Verfolgern, Jonas aus dem Bauche 
des Seeungeheuers erlöst hast'  sie kehren auch in den Acten der Martyrer 
wieder. Daniel, die drei Jünglinge, Susanna und Jonas sind aber stehende 
Artikel unserer Sarkophagreliefs. In ähnlicher Weise lassen sich die übrigen 
zum grössern Theil in der Orat-io post sepuZtßzora-m des Sacramentarium Gela- 
sianum, in der Commendatio animae quando inßwnus est in extremis, in der 
Oratio pro wzortuis der Constitutiones Apostolicae (VIII 41), der Oratio de agoni- 
zcmtibus des Pontiiicale Prudentii Trecensis episcopi, im Sacramentarium Gre- 
gorianum, in der orientalischen und mozarabischen Liturgie u. s. W. aufweisen: 
so der Auszug aus Aegypten durchs Rothe Meer, Noe in der Arche, das 
Opfer Abrahams, die Himmelfahrt des Elias, Job, David und Goliath, die 
Befreiung Petri aus dem Kerker, der gute Hirte (für dessen sepulcrale Be- 
deutung aus der Oirazitio POSÜ sepultztram des Sacramentarium Gelasianum die 
Stelle angeführt wird: Deum deprecenzur ut [defunctu-ßni]  boni Pasta-ris- 
huvneris reportatuviz    sanctoruan consortio perfrui concerlat 2); ferner von 
Typen, welche die Seligkeit des Verstorbenen aussprechen: der Todte zwischen 
Petrus und Paulus; das Lamm zu den Füssen Christi auf dem Berge, aus 
Welchem die vier Paradiesesströme entspringen; das himmlische Gastmahl 
1 GOAR Eucho]. 
Lit. 01'. II, 395. 
1' Mtmuoxu Lit. 
p. 424. 
rom. I 
751. 
RENAUDOT 
Vgl. das 
Offlcixxm exse uiarum bei GOAR 1. c.  425: 
P 
IV! 7 Ä V y  7 3   
u rurolwllog qooßarou syw 5:111, avllzalaanu 
14a, Särrsp, m2 aömiu 11a.
        

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