Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886357
Katakomben. 
ein ganz bekleideter Daniel in der Löwengrube, die Häupter der Apostelfürsten 
Petrus und Paulus sind in diesem obern Piano zu beachten. In den Kata- 
komben des hl. Gaudiosus ist dessen Arcosoliumgrab bemalt; an der Decke 
der Krypta des hl. Nostrianus ebenda bemerkt man ein Brustbild Christi von 
hohem archaologischem Werthe (s. unten). Auch das Coemeterium des hl. Severus 
ernmngßlt nicht des ornamentalen Schmuckes. Im allgemeinen werden die 
Malereien dieser neapolitanischen Katakomben dem  Jahrhundert zu- 
ZUWGISGII sein 
 Einen hervorragenden Reichthum an altchristlichen Grabanlagen besitzt 
die Insel Sicilien, wo die frühesten christlichen Erinnerungen, wenigstens an 
der Ostküste, der griechischen Bevölkerung angehören. Ob die zahlreichen 
Grabkammern des alten Girgenti noch dem Heidenthum oder dem Christen- 
thum zuzuweisen sind, ist nicht leicht zu entscheiden. Am umfangreichsten 
sind die Nekropolen von Syrakus (S. Griovanni, die in Vigna 
Üassia), über Welche in unserer Zeit Cavallari, Carini, V. Schultze u. A. 
geschrieben haben 1. Die Malereien von S. Giovanni (Oranten, Pfauen, Blumen, 
Monogramme) verrathen das 4. Jahrhundert. Von besonderm Interesse ist 
der 1892 zu Tag geförderte Sarkophag der Adellia und das um 1877 ent- 
deckte Arcosolium-Gemalde aus der Vigna Cassia. 
Noch fast unerforscht sind die anscheinend nicht unbedeutenden Kata- 
komben von Malta und viele vereinzelte Grabanlagen ausserhalb Italiens. 
In Fünfkirchen in Ungarn wurde 1780 eine solche aufgedeckt; Henszl- 
Inann hat sie neuerdings (1873) beschrieben und ihre Malereien (männliche 
Büsten, die Anbetung der Weisen, J onas-Scenen) abgebildet. Die Katakomben 
V011 Melos, deren Kenntniss wir Ross verdanken, scheinen ausser dem 
dem 4. Jahrhundert angehörenden Christus-Monogramm keinen decorativen 
Schmuck aufzuweisen. In denjenigen von Cyrene, welche durch Pacho 
(1827), dann durch Smith und Porcher (1864) behandelt wurden, kamen 
verschiedene Gemälde, wie ein guter Hirt von eigenthümlicher Gestalt, ein 
Pfau u. s. w., zum Vorschein. Hochinteressant ist die sehr alte und primitive 
Katakombe von Alexandrien, welche, von Boldetti bereits verzeichnet, 
in unserm Jahrhundert durch A gnew, neuerdings durch Wescher (1865 f.) 
und Neroutsos-Bey (1875) untersucht wurde. Ihr Hauptschmrlck be- 
steht in dem von de Rossi ausführlich erörterten Wandgemälde mit eucha- 
ristischen Darstellungen (Fig. 17), deren wir später noch zu gedenken haben. 
Nach dieser topographischen Uebersicht können wir zur systematischen 
Besprechung der altchristlichen Bildwerke übergehen. 
KRAUS Real-Encykl. 
die Litteratur verzeichnet ist.
        

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