Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886326
Zweites Buch. 
kleinen Basilika bereichert worden. Drei andere Söhne der Felicitas fanden 
ihre Beisetzung in dem benachbarten Coemeterium Iordanorum, nahe 
dem Verbindungswege, Welcher von der Via Nomentana bei S. Agnese nach 
der Salaria Nuova führt. Das ist die Gegend, wo anderthalb Miglien vor 
der Stadt, rechts von der Salaria Nuova, in der jetzigen Vigna des Collegio 
Irlandese, im Jahre 1578 jene Grabkammern aufgedeckt wurden, deren Bloss- 
legung die Erforschung der Katakomben einleitete. Mancherlei kleinere Funde 
von Interesse, auch einzelne Gemälde, kamen in den annexen Krypten der 
hll. Chrysanthus und Daria sowie in dem links von der Strasse liegenden 
Coemeterium Thrasonis et Saturnini zum Vorschein. Bedeutender 
aber als die genannten ist das Coemeterium s. Priscillae, welches noch 
in die ältesten Zeiten der römischen Christengemeinde hinaufreicht und deut- 
licher wie irgend eine andere Katakombe die ersten Versuche der Christen, 
umfangreichere Galerien und Grabkammern zu bauen, zeigt. Nach der Tra- 
dition soll dieses Coemeterium ursprünglich Eigenthum des von Petrus bekehrten 
Senators Pudens gewesen und als Grabstätte der Familie gedient haben. Als 
solche wvird namentlich die sogen. Cappella Greca bezeichnet. Schon Bosio 
und Bottari haben eine grosse Anzahl von Inschriften bekannt gemacht, welche 
leider meistens zu Grunde gegangen sind. Doch haben die in unserer Zeit 
durch de Rossi seit 1863 wieder aufgenommenen und bis auf die neueste 
Gegenwart fortgeführten Ausgrabungen eine Fülle der wichtigsten Funde zum 
Ergebniss gehabt. Die ältesten Theile dieses Coemeteriums charakterisiren 
sich durch ihr herrliches, ganz an diejenigen der Titusbäder erinnernden Orna- 
mente in Stucco, durch den classischen Stil ihrer Fresken, durch den Inhalt 
der auf ihren Wänden dargestellten und von der ausgebildeten Symbolik einer 
spätern Zeit sehr verschiedenen Scenen, endlich durch ihre mit Zinnober auf 
Ziegel gemalten lnschriften als ein Werk des ausgehenden 1. Jahrhunderts. 
Unter den hier gefundenen zahlreichen Fresken nimmt die Madonna mit dem 
Propheten Isaias, welche 1851 in der Wölbung eines Loculus entdeckt wurde, 
die hervorragendste Stelle ein. Der neueste Fund von grösstem Interesse ist 
das 1888 aufgedeckte Grab eines Aelius Glabrio,  ob des von Domitian 
hingerichteten ? 
An der Via Nomentana liegt das Coemeterium Ostrianum, auch 
Coemeterium s. Agnetis maius genannt, der Sage nach dasjenige, in 
welchem Petrus getauft haben soll. Im Jahre 1876 fand Armellini hier die 
Krypta der Emerentiana wieder. Auch diese Katakombe wies zum Theil 
Inschriften auf, welche, gleich dem ornamentirten Stucco denen von S. Pri- 
scilla verwandt, ein sehr hohes Alter beanspruchen. 
Das an derselben Strasse gelegene Coemeterium s. Agnetis in eins- 
dem agello ist hauptsächlich durch Marchi, neuerdings auch wieder durch 
Armellini erforscht worden. Ausgrabungen vom Jahre 1872 brachten ein 
schönes Marmordenkmal mit dem Namen des Papstes Siricius zum Vorschein. 
Von älteren Funden ist ein schönes Fresco, Madonna mit dem J esuskinde dar- 
stellend, und der Porphyrsarg der Constantia bekannt. Neben bezw. über 
der Katakombe liegen bekanntlich die Basilika S. Agnese und die Rundkirche 
S. Gostanza. 
Sieben Miglien vor der Stadt liegt das leider noch wenig erforschte 
Coemeterium S. Alessandro, in welchem nach dem Pontificalbuch der 
Bischof Alexander von Rom im Jahre 132 bestattet wurde. Neuere Nach- 
grabungen förderten ausser einigen Bischofsepitaphicn ein Gemälde, darstellend
        

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