Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886220
Buch. 
Zweites 
hatte. War das Grab des Erlösers in solcher Weise gebildet, so musste für 
die Christen eine doppelte Veranlassung vorliegen, ihre Gräber, soweit es der 
Tuffboden der Campagna erlaubte, den jüdischen Grabkammern nachzubilden 
oder vielmehr die von den Juden in Rom selbst angelegten Katakomben in 
ihrer Weise weiterzubilden; so wie in Jerusalem auch kürzlich in der von 
dem Baurath Schick entdeckten Katakombe constatirt wurde, dass sie ur- 
sprünglich von den Juden angelegt und dann von den Christen übernommen 
und weiter ausgearbeitet wurde. Nicht ganz mit Unrecht hat man eine Weitere 
Bestätigung des Zusammenhanges altchristlicher und palästinensischer Anlagen 
darin zu erblicken geglaubt, dass neben dem palästinensischen Felsengrab 
auch Grabtegurien und von vier Säulen getragene Ciborien vorkommen, deren 
Verwandtschaft mit den abendländischen Altarbedachungen nicht zu leugnen 
ist. In den christlichen Katakomben treten neben den Sarkophagen verschiedene 
Formen der in die Wand gearbeiteten Grabhöhlen auf. Zunächst haben die 
meisten Loculi die Gestalt einer in der Längenachse der Corridore liegenden lang- 
lich viereckigen Nische (Fig. 1). Eine andere Grundform ist das Arcosoliu m 
(Fig. 4), wo die Nische nach oben einen rundbogigen Abschluss erhielt, meist in 
einfachem, seltener in überhöhtem Halbkreis oder in korbförmigem Bogen. Bei 
dem sogen. Altar grab (Sepolcro a mensa), welches bisher nur in Rom aufzu- 
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Arcosolium. 
Sapolcro a mensa. 
weisen ist, ist die untere Horizontaliläche der quadratischen Nische sargförmig 
ausgehöhlt (Fig. 5). Verwandt damit ist die in Palermo und Girgenti beob- 
achtete Form mit trapezförmiger Nische. Von diesem Altargrab bis zur Auf- 
stellung eines eigenen Altares vor dem Grabe der Martyrer ist nur ein Schritt: 
wir sehen ihn in der Papstgruft von S. Callisto ausgeführt. Auch hier liegt also 
ein Keim zu einer späteren künstlerischen Entfaltung des Altarmotives vor. 
Ein anderer Punkt, wo die Anlage der Katakomben über den Bedürfniss- 
bau hinausgeht, zeigt sich in der Behandlung des Einganges. Bekannt sind 
die Facaden, welche die Perser und andere orientalischen Völker ihren Felsen- 
grabern verlegten. Solchen antiken Vorbildern, namentlich den lykischeu 
Felsengräbern, nachgeahmte Facaden zeigen auch die Privatgraber syrischer 
Christen, wie dasjenige in Mudjeleia (Fig. 6). Auch das profane römische 
Grab besass bei reicheren Anlagen seinen monumentalen Eingang; genau wie 
dieser beschaHen, bot der Eingang des Coemeteriums der 111. Domitilla, welchen 
de Rossi Wieder aufgefunden hat, dem Auge des Vorübergehenden nichts, was 
ihm auffallend oder von dem Gewohnten abweichend erscheinen mochte. 
Vor allem aber kommen die Katakomben als Wiege christlicher Kunst in 
Betracht durch ihre innere Ausstattung an Bildwerken der Malerei und 
Sculptur und durch die mannigfaltigen Gegenstände der Kunst und des Kunst-
        

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