Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892176
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Ansätze 
Kunst bgi 
rnroffijäghen Völkern. 
dass er sich ebenso auf die Kunst des Steinmetzen als auf die des Zimmer- 
manns verstand. Unser alamannischer Chronist, Herman der Lahme auf 
der Reichenau, glänzte nicht bloss als Schriftsteller, Dichter, Musiker, er 
kannte auch die Astronomie und Mechanik, die Fabrication der musikalischen 
Instrumente und der Uhren, und fand dazwischen Zeit zu freundschaftlicher 
Correspondenz (ad anzicas suas guasvlavn sanctivziovziales feminas). Von der 
Thätigkeit Bernwards, der vom Mönch zum Bischof von Hildesheim empor- 
stieg, reden noch heute die Denkmäler. Thiemon, Mönch von Altaich und 
später Erzbischof von Salzburg, der in Palästina als Martyrer starb, konnte 
seinen Peinigern auf die Frage nach seinem Stande mit Fug und Recht 
sagen, er sei Architekt, Goldschmied und Maler. In der Antwort liegt das 
stolze Bewusstsein, dass auch der Künstler neben und in dem Kirchenfürsten 
seinen Werth habe. 
Wir werden den Künstlern in der Klosterzelle noch manchmal begegnen 
und noch mehr als einmal Gelegenheit haben, an den innigen Bund zu erinnern, 
in welchem der Orden des hl. Benedictus mit der bildenden Kunst stand. Es 
gilt das gleiche von der tönenden Kunst, von Gesang und Musik: von beiden 
gilt, was ein Schriftsteller des Mittelalters speciell von letzterer gesagt hat: 
dulcis cantilena dann cultus, guae corda fidelimßz mitigat ac laetificat. In 
jenen langen Jahrhunderten barbarischer Roheit, welche auf den Untergang 
des römischen Reiches im Abendlande folgten und welche der Wiederher- 
stellung gesitteter Zustande vorausgingen, hat die Kunst in den Händen der 
Benedictiner eine unsäglich segensreiche Mission vollbracht. Die Vorsehung 
hatte freilich das Schicksal der Welt in die Herrschaft einer künstlerisch 
überaus reich angelegten Rasse gelegt; aber dass der Kunsttrieb der Ger- 
manen geweckt, dass ihm der Darstellung würdige Ideale zugeführt, dass 
ihm, was Formen und Typen anging, das Erbe der Antike als erste Vor"- 
schule künftiger Selbstthätigkeit Vermittelt wurde, das dankt der Norden 
dem Benedictinerorden. Es ist nicht Jedem gegönnt, ihm anzugehören; aber 
kein ehrlicher Geist kann die Geschichte des Mittelalters und seiner Kunst 
studirt haben, ohne für dies glorreiche und grosse Institut eine tiefe, pietät- 
volle Bewunderung im Herzen zu tragen.
        

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