Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892123
Zehntes 
einen Seite des Schaftes (von unten nach oben) die Verkündigung, die Heilung 
des Blindgeborneii, die Sünderin, wie sie die Füsse des Herrn mit ihren Thranen 
benetzt, die Begegnung Mariens und Elisabetlis, Johannes den Evangelisten 
mit dem Adler und einen Mann mit einem Bogen dargestellt. Die entgegen- 
gesetzte Seite bietet die Flucht nach Aegypten, die Unterhaltung der Ein- 
siedler Antonius und Paulus (scs Paulus et Antonius fregeruizt panevn in deserto), 
Christus über zwei Thieren triuniphirend (aus dem apokryphen Evangelium 
De Nativitate, mit der Inschrift: Ihs Xps Iurlex aeguitatis Salvatorenz, muimli 
bestiae et d-racones cognoveriuzt in (le[sert0]), Johannes den Täufer mit dem 
Agnus Dei. 
Wie man sieht, bringt das Itutliwellkreuz der Ikonograpliie des Abend- 
landes neue Bereicherungen: die Benutzung der Legende des hl. Antonius 
n tritt uns hier zum ersten Male 
 entgegen, Beachtenswerth ist dann 
am   i) wieder die Heranziehung der Apo- 
"s ' w aß kryphen. Im übrigen ist der Bilder- 
   - x vorrath aus dem Alten und Neuen 
K!    j Testament, Welchen die keltische 
v und angelsächsische Sculptur uns auf 
 v f)  diesen Hochkreuzen und verwandten 
{y hq Werken zeigt, nicht gr0ss1. Der 
' ä 9 I Sündenfall und die Austreibung aus 
dem Paradies, die Anbetung der Ma- 
 gier (auch einmal vier, öauf dem 
l ß Schaft des Kreuzes von Muredach), 
 David oder Samson mit dem Löwen, 
l David und Goliatll, das Opfer Abra- 
q y hams, die drei Jünglinge im Feuer- 
(LSWKS efen, die Wächter am Grabe, Daniel 
( m I, 3 t Y 3 in der Löwenerube (ein nament- 
 "A, liCh auf FlbeIn bis tief in die 
karolingische Zeit auch bei den 
Gallofranken beliebtes Suet) d? 
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 Flucht nach Aegypten, die Taufe 
  Ch  f,   t.  J 
. Fig. 481. Vei-spottung Christi aus dem Buch of Kells.   
Naci omi n, ar ii-is ian m oism in i     
i l R ny Anämfßifiaiil) t sy b] das scheinen die frühesten dieser 
Sujets zu sein, zu de e d B -l 
von Kells noch ausser der Verspottung Christi (Fig. 481) dienArimhis Nddid 
hinzufügt. Auf den irischen Hochkreuzen treten die Kreuzigung, das jüngste 
Gericht (auf dem Kreuz von Muredach in Monasterboice, s. 0ben),aini 
10. Jahrhundert in den Tynipanumreliefs der Rex gloriae zwischen den evan- 
gelistischen Emblemen (Elkstone) 2, der Kampf des hl. Michael mit dem 
Drachen (Hoveringhamß auf  Scenen, die sich jetzt auch in den Hand- 
schriften finden. In einer Reihe biblischer Bilder sehen wir die Hand Gottes 
vom Himmel herabgestreckt. Der Typus der Kreuzigung ist bei diesen eben 
erst der Barbarei entronnenen Völkern von erschreckender Hoheit. Eines der 
1 Vgl. die Zusammenstellung bei ROMILLY 
ALLEN l. o. p. 182. 131. 
2 lbid. 
3 Ibid. 
Fig- 
Fig'
        

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