Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892040
Buch. 
Zehntes 
Bauweise an. Die Dolmen und Steinringe wurden als früheste Oratorien be- 
nutzt und ihre Gestaltung beeinflusste zweifellos die Bauart, besonders die 
Thüranlagen, christlicher Bethäuser. Die alte Kirche zu Kilmacdar (Fig. 469), 
der ,Doorway' von Magliera Church (Fig. 47O)1 gehören zu den frühesten Bei- 
spielen dieser Art. Wann man zu dem Steinbau geschritten, lässt sich wol kaum 
mit Sicherheit sagen; verinutlilicli sehr früh. Als ältestes Baudenkmal nennt 
das Stokesische Verzeicliniss Columba's House in Kells (807), dann folgen die 
Kathedrale in Clonmacnoise (904), der ,Cashel' und sein ,Belfry; in Seirkieraii 
(917) u. s. f. Charakteristisch ist hier der hohe Rundthurm, dessen Einführung 
und Bevorzugung wol einmal mit Rücksicht auf die früh verwendeten Glocken, 
dann durch die Beschalfenheit des Terrains gegeben war: man brauchte weit- 
hin auslugende Thürme, um das Land zu überschauen. Derselbeii Erscheinung 
begegnen wir in Schottland, wo die Kirchthürme von Egilsayz, Brechin 3, 
Abernethy4, Devenisliä benierkenswerthe Beispiele dieser Architektur sind. 
Von dem Aussehen der ältesten Kirchen mag die Ansicht von Saint Kevin's 
in Glendalough (Fig. 471)6 eine Vorstellung geben. Freilich mögen die ge- 
 _ nannten Denkmäler vielleicht erst 
 dem 10.-12. Jahrhundert ent- 
 stammen; aber sie wiederholen 
k gewiss nur den Tjvp, der seit dem 
 7. Jahrhundert 1Il Anwendung 
 kam. Einen zweiten Typ mit Aii- 
 oidnung zweier die Westseite 
  Üffnkirender Rundthürme finden 
 wir in der alten Uferkirche von 
f; ff Kirchen ist von dem basilikalen 
weßirfälä-  : .9   Schema durchaus abweichend. Die 
Fig. 4ö9. Alte Kirche zu Kilmacdar. Egllsay Chqrch 8_ hat ein langes? 
(Nach Stokes, Early Christian Art in Ireland.) schmales, einschiffiges Langhaus, 
dem 'ein rectangulärer Raum als 
Presbyterium folgt; die Eingänge liegen an den Seiten des Schiffes, ein kleiner 
Gang führt zu dem Rundthurm, welcher dem Westende vorgelegt ist. Die 
sehr merkwürdige Kirche von Kilvicocharmaig of Eilean Mor 9 bildet ein 37'5" 
langes, 20' breites Oblongum, das durch einen 12' hohen Wall in zwei gleiche 
Theile, ein Schiff und einen Altarraum, getheilt ist (Fig. 472). Indessen tritt 
doch auch daneben in England das römische Schema auf; die angeblich dem 
7. Jahrhundert angehörende Basilika in Aylesbury (Grafschaft Buckingham) 
erinnert an den Grundriss der alten S. Peterskirche 10. 
ie. Die irische Metallurgie des 6. Jahrhunderts erscheint zunächst unter 
fränkischem Einflusse 11. Die von S. Patrick nach Irland mitgebrachten Künstler 
hatten aber hier noch die auf der Völkerwanderungskunst beruhende Technik 
vorgefunden; länger als auf dem Continent hatte die Spirale sich hier als 
CLEMEN a. a. O. verzeichnete Special-Litte- 
ratur, und Zeitschr. für deutsche Geschichts- 
wissenschaft V 450 f. 
1 M. STOKES 1. o. p. 165, Fig. 79. 
2 ANDERSON 1. c. I 35 f. 
3 Ibid. p. 38 f. 
4 Ibid. p. 42 f. 5 Ibid. p. 47. 
ß Ibid. p. 59. 
" Ibid. p. 60 f. 
8 Ibid. p. 34, Fig. 2. 
9 Ibid. p. 110, Fig. 43. 
1" Rev. archöol. 1880, p. 334. 
" Vgl. für das- Folgende wieder 
a. O. S. 61 f. 
CLEMEN
        

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