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der Kunst
Ansätze
Erste
merowingischen Klosterstiftungen der Speierer Diöeese (S. German vor Speier;
Weissenburg im Unterelsass), ebenso von denjenigen der Strassburger (S. Stephan,
S. Thomas in der Stadt, Haslach, Schuttern) hat sich nichts mehr erhalten.
Am Oberrhein und in der nördlichen Schweiz sind die ursprünglichen Stiftungen
des h]. Gallus (T 640, S. Gallen) und des hl. Pirmin (Disentis,
Reiehenau [724], Murbach), ebenso wie die ersten Ansiedlungen auf
dem Schwarzwald (S. Blasien, S. Trudpert) längst Neubauten gewichen. Das
gleiche ist von Säckingen, Petershausen, von den in dem östlichen
Süddeutschland gelegenen Gründungen (Füssen, Salzburg, S. Emmeram
in Regensburg) zu sagen.
Dass bei diesen ersten Ansiedelungen der Holzbau vorherrschte, ist
an sich anzunehmen und hier und da ausdrücklich bezeugt, selbst noch im
11. Jahrhundert von S. Georgenl; fand doch noch im selben Jahrhundert der
auf den Bischofsstuhl von Passau berufene hl. Altmann fast nur Holzkirchen
in seinem Sprengel vor. Nachgewiesen ist der Steinbau bei der Basilika
des 763 gestifteten Klosters Lorsch an der Wesehnitz, wie wir auch von
vornherein an den vornehmeren Kirchenbauten (in Mainz S. Martin, in Köln
S. Martin und S. Maria im Capitol) und bei fürstlichen Klosterstiftungen,
wie Prüm (762), Steinbauten annehmen dürfen. In S. Gallen setzte der
Abt Othmar (720-760) schon ein ,Palatium' an die Stelle der Holzcelle
des hl. Gallus, und die von ihm errichtete Paulusbasilika hatte Steinwände
und eine Krypta unter dem Chor. Das wäre die älteste uns bekannte;
doch setzt Viollet-le-Duc diejenige unter dem Seminar zu Orleans ins 6. Jahr-
hundert. Auch die Krypten unter S. Victor in Marseille mögen älter sein.
Im Bereich der langobardischen Herrschaft weiss Cattaneo keine über das
8. Jahrhundert hinausfallenden anzuführen; es sind hier S. Salvatore und
die Rotonda in Breseia die ältesten, worauf mehrere des 59.-10. Jahrhunderts
folgen. Vielleicht war eine so bedeutende Niederlassung wie Fulda von An-
fang an, wenigstens theilweise, als Steinbau angelegt; die übrigen Kloster-
stiftungen des hl. Bonifatius (Amöneburg, Fritzlar u. s. f.) wie die bayerischen
(Eiehstädt, Würzburg, Freising) und österreichischen Stifter (Salzburg,
S. Florian, Kremsmünster, Mondsee) werden sich zunächst auch mit Holz-
bauten behelfen haben.
Hnlzban.
Die Kelten der britischen Inseln hatten das Christenthum früh und bc- Irische
geistert aufgenommen. S. Patricks Thätigkeit (432-465) war von dein grüssten
Erfolge begleitet; das Ushersche Verzeichniss nennt bereits im 7. Jahrhundert
an die Tausend Heilige, Welche die ,Insula Sanctorum" hervorgebracht. Die
Eigenthümlichkeiten der Culderkirche waren scharf ausgeprägt; so ausgeprägt
und von jeder andern verschieden ist auch die alte keltische und die von ihr
beeinflusste angelsächsische Kunst.
Die ersten kirchlichen Bauten in Irlandg schliessen sich an die nationale Igircltien-
33.1131].
1 KRAUS Die Kunstdenkmäler des Gross-
herzogth. Baden II 84.
2 Vgl. GEORGE PETRIE The Ecclesiastical
Architecture of Ireland anterior to the Anglo-
Norman Invasion. Dublin 1845. WESTWOOD
Lapidarium Walliae. Londin. 1876. MAR-
GARET Swoxns Fku-ly Christian Art in Ircland
(South Kensington Mus. Art Handbooks).
London 1888. Jos. ANDERSON Scotland in
early Christian Times. 2 vols. Edinb. 1891.
J. ROMILLY ALLEN Early Christian Symbolism in
(Jrreat Britain and Treland before the 13'" Cen-
tury. London 1887. Reiches Material in der
Zeitschrift Archaeologiai Vgl. auch die bei