Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891927
Buch. 
Zehntes 
Werke, welche einen entsprechenden Charakter tragen, bieten sich ausser 
dem Friaul in Venedig, Verona, Ferrara, Bologna, während diejenigen des 
mittlern Oberitalien, wie namentlich die Capitelle in Brescia und Verona, einen 
elegantern Charakter zeigen. Die Hauptmonumente jener Gegenden halt 
Zimmermann für byzantinisch. Es sind die prächtige Treppenwange eines 
Ambon in S. Salvatore in Brescia (Fig. 465)1 mit dem herrlichen Pfau 
und die im Palazzo Malaspina zu Pavia bewahrten Vorderseiten von Sarko- 
pliagen, besonders desjenigen der  verstorbenen TheodataQlFig. 466). 
Zimmermann halt diesen Sarkophag fur die genaue Nachahmung eines byzai1- 
tinischen Elfenbeinkastens und erklärt alle jene Hauptwerke für byzantinisch. 
Wir begegnen hier der schon oft gerügten Identiticirung von ravennatischer 
und byzantinischer Kunst. Das Hereinragen byzantinischer Elemente in das, 
was man Jangobardische Kunst' nennen zu dürfen glaubt, soll gar nicht ge- 
leugnet werden; es Ware auffallend, wenn die alle Küsten der Halbinsel in 
ihrem Besitz haltenden 
 Byzantiner ohne jeden 
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     nicht vergessen, dass 
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 33.5  punkt zu überschreiten; 
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   in denen die langobardi- 
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die des Bilderstreites 
fallen; dass in jener Periode die Stimmung Italiens gegen Constantinopel 
äusserst bitter War und dass endlich alle wesentlichen sogen. byzantinischen 
Einflüsse, soweit sie hier zunächst in Betracht kommen, sich aus Ravenna 
herleiten lassen. So insbesondere die erwähnten Werke in Pavia und Brescia, 
welche im engsten Verwandtschaftsverhaltnisse zu den ravennatischen Sar- 
kophagen stehen, über welche hinauszugehen gar kein Grund vorliegt. Da- 
(Plastik l 3 384, Fig. 253) in diesen Figuren, 
welche er als unzweifelhaft dem 8. Jahr- 
hundert angehörend ansieht, ein anschau- 
liches Bild von der leblosen Feierlichkeit der 
byzantinischen Kunst, die indes durch eine 
gewisse Fülle und Kraft der Fcnnen ge- 
mildert wird, erblickt. CATTANEO (l. c. 
p. 101 s.) hat die ganze Kirche (Fig. 464), mit 
Ausnahme einiger in ihr gefundenen, der Zeit 
des Sigua-ldus angehörenden Marmorreliefs, 
dem 10.-42. Jahrhundert zugewiesen und 
sie als eine der elegantesten Schöpfungen 
der griechischen Renaissance jenes Jahr- 
hunderts gepriesen. Auch Zimmermann setzt 
die sechs Statuen ins 12. oder 13. Jahr- 
hundert. Das scheint mir wahrscheinlich, 
obgleich die Acten über diese Kirche und 
ihre Bilder wol noch nicht geschlossen sind. 
1 Cumumo p. 138, Fig. 66. 
2 Ibid. p. 139 s., Fig. 69.
        

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