Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891916
Ansätze 
Erste 
31W. 
11311321 
Ekern. 
und altchristlichc Symbole, beide durch den gemeinsamen Geist in origineller 
Auffassung umgearbeitet und ausgeführt. Namentlich kehrt in dem Orna- 
mente am Stamme und an den Armen des Kreuzes das aus zwei umeinander 
gewundenen Bändern gebildete Flechtwerk, ganz wie an den nordischen Ge- 
räithen aus der Zeit der Völkerwanderung, häuiig wieder. Dies aus der Metall- 
technik stammende Flechtwerk iindet sich in Italien zuerst an dem Ciborium 
der Kirche S. Giorgio di Valpolicella bei Verona, welches 712 datirt 
ist (Fig. 4G3)1. An diesem Ciboriuin tritt uns auch eine höchst eigenthümliche 
Bildung des Capitells entgegen, welche allerdings eine entfernte Anlehnung an 
das korinthische Capitell zeigt, aber doch etwas ganz Neues und Selbstän- 
diges darstellt. 
Was die figürliche Plastik des 8. Jahrhunderts hier vermochte, lehrt der 
Altar der Kirche S. Martino in Cividale, den laut seiner Inschrift 
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Fig. 462. Bamlustmdo des SigLlilldLlS vom Bamptisterium zu Cividaxlc. (Nach Cattn u eo. Uarohitottura in ltulia.) 
König ltalehis, der Sohn des Herzogs Pemrno von Friaul (744-749), stiftete 9. 
Die Vorderseite-g stellt Christus zwischen zwei Seraphim in der Mandorla dar, 
die von zwei Engeln gehalten wird: die Nebenseiten den Besuch der heiligen 
Jungfrau bei Elisabeth und die Anbetung der Magier; die Rückseite zwei 
Kreuze und drei Rosetten. Das zur Einrahmung verwandte Flechtwerk wieder- 
holt das oben erwähnte barbarische Motiv. Die Figuren sind nur Nachahmung 
altchristlicher Elfenbeintafeln und zeugen von dem äussersten Ungeschick, eine 
über das Ornanientale hinausgehende Aufgabe zu lösen 4. 
1 CATTANEO 1. c. p. 87 s., Fig. 29. 
2 Ibid. p. 99, Fig. 37. 
3 Abbildung bei REBER a. a. O. S. 206, 
Fig. 123.  EITELBERGER a. a. O. Fig. 3. 
4 Als Belege für die steife und rohe 
Kunst des 8. Jahrhunderts führt SCHNAASE 
(a. a. O. III 2 578) auch die sechs Marmor- 
Stuck-Gestalten (die hll. Anastasia, Agapu, 
Chionia, Irene, Chrysogonus und Zoilus, deren 
Abbildung S. 578; vgl. DAETEIN 1. c. table 
17 u. 18. EITELBERGER a. a. O. S. 343) an, 
welche in dem Kirchlein der Peltrudis 
im Hofe von S. Maria in Valle in Cividalc 
über der Thüre stehen, während LÜBKE
        

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