Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891849
Buch. 
VNeuntes 
Volkes zu respectiren gezwungen waren. Seit Peter d. Gr. hat sich dann 
später der sogen. griechisch-römische Bastardstil eingenistet. 
Die russische Kirche ist in der Regel, dem byzantinischen Schema noch 
immer folgend, mit einer von Säulen oder Pfeilern getragenen, von Neben- 
kuppeln umgebenen Hauptkuppel gedeckt. Der Chor hat gewöhnlich drei 
Apsiden. Die Bilderwand, welche wir bereits in Constantinopel kennen ge- 
lernt, hat hier eine noch viel grössere Bedeutung als dort; sie bildet, mit 
zahllosen Bildern verdeckt, einen vollständigen Abschluss des Sanctuariums 
gegen das Schiff hin. Ueber die Bedachung steigt der thurmähnlich gehal- 
tene Tambour hoch empor; das Kuppeldach hat die in Asien beliebten ge- 
schweiften, birnen- oder zwiebelartigen Formen. Ein besonderes Rafiinement 
wird in die Häufung solcher Kuppelthürme und die Verkleidung des ganzen 
Baues durch den abenteuerlichsten Zierat gesetzt. Moskau ist die eigent- 
Weltgericht. 
(Nach Pokrowski, 
Wandgemälde.) 
liche Heimat dieser wunderlichen Architektur, in Welcher der europäische 
Geschmack sich schwer entschliesst etwas anderes als die Verirrung einer 
durch unermessliche decorative Mittel unterstützten ausschweifenden Phan- 
tasie zu sehen. Der Kreml ist das Heiligthum, die von lwan IV (1533-4584) 
erbaute Kirche Wasili-Blagennoi die höchste Leistung dieser Kunst.  
Kugler nennt sie die Ausgeburt subjectivster Laune. 
Fester als die Baukunst blieb die Malerei und, soweit man davon reden 
kann, die Plastik an Byzanz gebunden. Eine starke Einwanderung griechi- 
scher Mönche verewigte in den Klöstern zu Kiew, Wladimir, Nowgorod die 
Traditionen iln'er Heimat, und man kann sagen, dass seit Jahrhunderten die 
Malerei so, wie sie in den Athosklöstern gelehrt wurde, in Russland bewahrt 
und ausgeübt wird. Auch die Russen erhielten jetzt ihre Tlffzfivyuefa, die sogen. 
Podlinnik, deren Verhältniss zu dem Malerbuche vom Berge Athos noch nicht
        

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