Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891449
Neuntes 
Buch. 
Reste aus dem 4. und 5. Jahrhundert, wie das Goldene Thor, die Tyche, die 
Säule des Arcadius, die Reliefs am Fussgestell der ägyptischen Obelisken im 
Hippodrom zu Constantinopel, das Fragment eines Reliefs mit der Darstellung 
der Geburt und Flucht Christi in Naxos, die Ambonen von Saloniki, die 
Maria-Urans in der Kirche der Paraskevi in Ohalcis auf Euboea, einige 
mit Weinlaub umschlungene Säulentrommeln im Museum zu Constantinopel, 
auf denen die Taufe Christi und zwei Frauen mit Hahn und Hund abgebildet 
sind, einige fragmentirte Medaillons desselben Museums, darunter ein Relief 
mit dem Kopf des Evangelisten Marcus:  das ist ungefähr der Denkmäler- 
vorrath, der uns aus jener grossen und glanzvollen Zeit geblieben ist 1. 
gia Den Höhepunkt dieser frühbyzantinischen Kunst stellt die So phicn- 
" kirche dar (Fig. 436; vgl. Fig. 297 u. 298). In architektonischer und in 
decorativer Hinsicht ist sie etwas durchaus Eigenartiges, sicher die höchste 
Vollendung des Künstlerischen, welches der oströmischen Cultur erreichbar 
schien. Sie bleibt für alle Zeiten eine der grossetrtigsten und bewunderungs- 
würdigsten Manifestationen des menschlichen Geistes und der merkwürdigste 
Zeuge für eine Phase in der Entwicklung des christlichen Volkslebens, die 
jetzt weit, weit hinter uns liegt und späteren Geschlechtern kaum verständ- 
lich erschien 2. 
Die unter Constantin d. Gr. auf dem grossen Forum Constantinopels go- 
gründete ,Kirche der göttlichen Weisheit' war gelegentlich eines Volksauflaufs 
zu Gunsten des hl. Chrysostomus 404 theilweise abgebrannt. Theodosius hatte 
den Bau erneuert, aber auch dieser Neubau wurde 532 bei der Empörung 
gegen Justinian ein Raub der Flammen. Sieger über seine Feinde, beschloss 
der Kaiser, die Sophienkirche wieder aufzubauen "und sie zu einem  seinem 
eigenen  Denkmal herzurichten, das alle anderen Tempel der Welt und 
auch denjenigen Salomons an Pracht übertreffen sollte. ,Salomon, ich habe 
dich besiegt? war der Ruf des Autokraten, als er am 27. December 537 die 
Einweihung der mit iieberhafter Eile erbauten Kirche vernahm. Prächtig wie 
der Bau sollte seine Unterhaltung" sein: 365 Besitzungen rings um die Stadt 
Sophie, le Forum Augusteon et I'Hippodro1ne, 
iels qu'ils existaient au X" sieele. Paris 
1861.  PASPATES The Gireat Palace of 
Oonstantinople. Translat. from the Greek 
by WILLIAM METGALFE  GARDNER). Lon- 
don 1893. Dazu ,Academy' 1893, N0. 1117. 
 Für die ganze byzantinische Kunstge- 
schichte ist dann noch zu vergleichen F. W. 
UNGER Quellen der byzantin. Kunstgeschichte 
(in EITELBERGERS Quellen zur Kunstgeschichte 
Bd. XII, Wien 1878), wo aber die kirchlichen 
Denkmäler fast unberücksichtigt blieben. 
1 Vgl. Srnzveowsxr Die althyzantinische 
Plastik der Blütezeit (in KRUMBACHERS By- 
zantin. Zeitschrift I [1892] 575 f); Die 
Säule des Arkadios in Constantinopel (im 
Jahrbuch des k. deutschen archäol. Instituts 
VIII [Berl. 1894] 230; Die Tyche von 
Constantinopel (in ,Anal. Graeeil. Wien 
1893); Das Goldene Thor in Constantinopel 
(im Jahrbuch des k. deutschen archäol. In- 
stituts VIII [1894] 1).  BAYET Mission etc. 
p. 249 s.  Gnrmuccr tav. 426'.  STRZY- 
GOWSKI in Ash-[ou 117g Ea-r. m2 ääuoloy. ärm- 
piag 1889, S. 717 f., und die sonst von 
demselben a. a. O. verzeichneten Nachweise. 
Vgl. noch dessen Aufsatz ,Das frühe und 
das hohe Mittelaltef (in Kunstgeschicht- 
liche Charakterbilder aus Oesterreich-Ungarn 
I 53 f). 
2 Von den Zeitgenossen haben PAULUs 
SILENTIARIUS (Descr. Sanetae Sophiae. Bonn. 
1839) und PROCOP. (De aedif. I [Pan et 
Bonn.], o. 1) die Sophienkirche beschrieben. 
Das ältere Material ist am besten zusammen- 
gestellt bei DUCANGE Constantinopolis Chri- 
stiana. Par. 1680; Ven. 1729. BANDURI Imp. 
Orient. Par. 1711, Bonn. 1857. Vgl. noch 
LABARTE 1. c. SCHNAASE a. a. O. III 2 153. 
SALZENBERG Altchristl. Baudenkmäler von 
Constantinopel vom 5. bis 12. Jahrhundert. 
Berl. 1854. KONDAKOFF Byzantin. Kirchen und 
Monumente in Constantinopel. Odessa 1886 
(russisch). Andere Litteratur verzeichnen 
KRUMBACHER a. a. O. S1 168 f., und LABARTE 
l. c. p. 1 s.
        

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