Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886105
Zweites Buch. 
beachtenswerth waren die Arbeiten Fabrettfs (1702), Mabillons (De 
cultu sanctorum ignotorum), B oldetti's (1720) 1. Dagegen wurde das Gebiet 
der Kunstgeschichte berührt bezw. stark bereichert durch die Arbeiten 
Bu0narruoti's über die altchristlichen Goldgläser 2, Marangonfs über die 
Verwendung heidnischer und profaner Motive u. s. W. in der kirchlichen 
Kunst  der erste Ansatz zu dem, Was in unsern Tagen Piper als ,Mytho- 
logie der christlichen Kunst' behandelt hatß  endlich durch Bottariis 
grosses Werk, welches die Bosioischen Zeichnungen in grösseren Stichen re- 
producirte, ohne im allgemeinen im Texte Neues zu bringen 4. 
Nach Bottari ruhte die Katakombenforschung ein halbes Jahrhundert, 
bis der Franzose d'Agincourt nach Rom kam und für seine Geschichte der 
Kunst vom 5. bis 15. Jahrhundert die Vorarbeiten unternahm. Es ist über 
die Bedeutung dieses Werkes in unserm ersten Buche das Nothwendige 
gesagt worden 5. Hier genüge die Bemerkung, dass die zwischen 1779 und 
1814 von d'Agincourt in den Katakomben angestellten Nachforschungen Weder 
systematisch noch in ihren Ergebnissen sehr zuverlässig Waren, und dass er 
leider bei dem Versuche, die Malereien von dem Bewurfe der Wände abzu- 
lösen, mehrere kostbare Bildwerke zerstörte. 
Auch "das 19. Jahrhundert liess mehrere Jahrzehnte verstreichen, ehe 
Wieder eine geregelte Erforschung dieser unterirdischen Welt eintrat. Den 
ersten Anstoss dazu gab der Jesuit Marchi, Welchem Wir die eingehende 
Untersuchung über die Bauart einzelner Katakomben, insbesondere derjenigen 
von S. Agnese, verdanken (1844) ß. Marchfs Darstellung hat auch heute noch 
ihren Werth, aber er selbst musste sich überzeugen, dass seine Kraft nicht 
ausreichte, um den Gegenstand nach seiner vollen Bedeutung zu erfassen. 
Das war nur einem Manne möglich, welcher, mit allen Hülfsmitteln der archäo- 
logischen und epigraphischen Wissenschaft ausgerüstet, im vollen Zusammen- 
hang mit der so hoch ausgebildeten historischen Methode der Gegenwart ein 
ausserordentliches Mass von Energie und genialer Combinationskraft verband. 
Ein solcher Mann fand sich in Giovanni Battista de Rossi, welcher das 
den alternden Händen Marchfs entfallende Werk mit jugendlicher Begeiste- 
rung aufnahm und als Haupt der von Pius IX eingesetzten archäologischen 
Commission bis 1894 fortsetzte 7. Er kehrte zu der von Bosio eingeschlagenen 
topographischen Methode zurück und suchte vor allem aus den Aufzeich- 
nungen des Alterthums und des beginnenden Mittelalters die Lage der ein- 
1 BOLDETTI Osservazioni sopra. i cimiteri 
dei ss. martiri ed antichi cristiani di Roma. 
2 voll. Roma 1825. 
2 BUONARRUOTI Osservazioni sopra alcuni 
frammenti di vasi antichi di vetro ornati di 
figure, trovati nei cimiteri di Roma. Fir. 
1716. 
3 MARANGONI Delle cose gentilesche e 
profane trasportate ad uso ed ornamento delle 
chiese. Roma 1744. 
4 BOTTARI Sculture e pitture sacre estratte 
dai cimiteri di Roma etc. 3 voll. Roma 
1737-1754. 
5 Snnovx DYAGINCOURT Histoire de Part, 
par les monuments etc. Par. 1809-1823; 
s. oben. S. 12. 
6 MABCHI Monumenti delle arti primi- 
tive nella metropoli del cristianesimo. Roma 
1844. 
7 D1": Rossfs Hauptwerke sind: La Roma 
sotterranea. Roma. I. 1864. II. 1867. III. 1877; 
Inscriptiones christianae urbis Romae. I. Romae 
1857-1813111, 1. Romae 1888; Bullettino di 
archeologia cristiana. Roma. 1a ser.1863-1869. 
2" ser. 1870-1895; Musaici cristiani. Roma 
1872-1895; Imagines selectae Deiparae Vir- 
ginis in coemeteriis subterraneis udo depictae. 
Romae et Par. 1863. Ein vollständiges Ver- 
zeichniss von de Rossfs Schriften geben GATTI 
im ,Alb0 dei sottoscrittori per 1a medaglia 
d'oro in onore del Com. de Rossi" (Roma 
1892), und) danach die ,Melanges G. B. de 
Rossf der Ecole Frangaise de Rome (Par. et 
Rome 1892) p. 1-27.
        

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