Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891292
und litgrgische Kleidung. 
Geräthe 
Jesusknaben, der Anbetung der Magier, der Flucht nach Aegyptcn; von 
Wunder- und Passionsbildcrn Christi der Heilung des Blindgebornen, der des 
Gichtbrüchigen, der Auferweckung des Lazarus, dem Einzug in Jerusalem, 
der Voraussagung der Verleugnung Petri, der Kreuzigung (Taf. 16 8), einmal 
in erschreckender Roheit (Taf. 18 3; Fig. 434) und mit den anscheinend 
sitzenden Gestalten Maria und Johannis  ob auch die Auferstehung sich 
findet (Taf. 16 2), ist mir zweifelhaft. Von symbolischen Darstellungen sind der 
gute Hirte (zweimal, jedesmal die Schafe einer zweiten Person [also W01 Petrus] 
zuführend; Taf. 151-2), Christus als Weltenrichter mit Kreuz und Globus 
(Taf. 16 6) und als Lehrer anzutreffen. Oranten und Heilige kommen öfter 
vor, unter anderin ein Martyr auf einem Rost (also doch wol Laurentius, 
nicht Mauritius), S. Georg zu Ross, Macarius. Für liturgische Ornatstheile 
halt Forrer manche Besatze. In zwei Resten erkennt er Ueberbleibsel von 
Pallien, so namentlich in dem Taf. 16 21 abgebildeten Stück ein erzbischöf- 
liches Pallium. Einer dieser Leinwandstreifen zeigt in neun gestickten Seiden- 
medaillons die Geschichte des Herrn (Taf. 16 1-9; vgl. 153g. 435). In einer Taf. 81 
wiedergegebenen Leinwandbinde mit ausgefranzten Ecken und aufgesetzten 
seidenen Besätzen, die Kreuze, Ronds und Vierecke darstellen, wird eine Stola 
oder eine Manipel angenommen. 
Man wird kaum irre gehen, wenn man diese in ihrer Zeichnung ausserst 
rohen, aber ikonographisch hochinteressanten Stoffreste dem  Jahr- 
hundert zuschreibt. Auch hier ist bemerkenswverth, dass die Typen bei aller 
Verwilderung sich doch durchaus an diejenigen der römisoh-ravennatisehen 
Tradition anschliessen und der Bilderkreis keine wesentliche Erweiterung er- 
fahren hat. Für die Geschichte der liturgischen Gewandung haben diese 
Reste, als zeitlich an der Spitze der uns erhaltenen Monumente stehend, eine 
hervorragende Bedeutung. Aus dem Abendland ist diesen Werken an Alter 
nur die bisher wenig beachtete, zuerst von Franz Bock besprochene figurale 
Stickerei des städtischen Museums zu Ravenna an die Seite zu setzen. Diese 
noch ziemlich gut erhaltene Aurifrisia zeigt auf dunkelm phönicisehen Purpur 
die in gezogenen Goldfäden gesticktem Brustbilder von, wie es scheint, vier- 
zehn ravennatischen Bischöfen. Sie ist ohne Zweifel der Rest eines Pracht- 
ornates und dürfte in einem der zahlreichen Sarkophage der Stadt, etwa in 
S. Apollinare in Classe, gefunden worden sein. Bock hält sie für die älteste 
uns erhaltene Nadelstickerei Italiens 1. 
FRANZ Boox 
Woche 
Eine 
Ravenna. 
(Allgem. 
Zeitung 
1883, 
355,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.