Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891168
Buch. 
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Ampullen. 
Candelaber kennen, die einen auf einem Dreifuss stehenden, in der Hälfte mit 
einem Knopf gehaltenen Lichtstock bilden. Solche Cereola1'ia aus Terracotta 
wurden in Tebessa vielfach gefunden; in ihnen brannten die Grablichterl. 
Wie der Lampen, so haben wir auch mehrfach der Oelflaschchen 
(Ampullen) gedacht, in welchen man das Oel (oleum, älaeou) barg, das man 
als Reliquie von den vor den Martyrergräbern in den Katakomben wie vor 
dem heiligen Kreuz in Jerusalem brennenden Lampen entnahm. Solches 
Ole-zwn s. cmecis erhielt Gregor d. Gr. von dem Exconsul Leontius. Aeusserst 
verbreitet waren im Morgen- und Abendland die mit der Inschrift EYAOFIA 
TOT AFIOY MHNA versehenen Fläschchen mit Oel vom Grabe des hl. Mennas: 
der Heilige ist als Beschützer der Wüste zwischen zwei Kamelen auf diesen 
Ampullen abgebildet (Fig. 424) 2. Von viel grösserm Interesse sind aber die 
(65) theils aus Metall theils aus Glas gebildeten Oelfläschchen, welche Königin 
Theodelinde sich grösstentheils von Rom kommen liess und deren Verzeich- 
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Fig. 424. Oelfiäschchen des h]. Mennas. 
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Fig. 425. Oelßäschchen aus Monza. 
niss (Nota de oleis scorum martyrum qui Romae in corpore requiescuut etc.) 
der Abt Johannes auf einem noch in Monza erhaltenen Pergamentstreifen 
gegeben hat. Ein Theil dieser Ampullen, mit griechischen Inschriften ver- 
sehen, stammt augenscheinlich aus Jerusalem 3. Eine derselben, mit der An- 
betung der Weisen, veranschaulicht unsere Figur 425. 
Bei Griechen, Syrern und Kopten bestand die Sitte, bei der Segnung 
des Taufwassers ein hölzernes Kreuz in das Wasser einzusenken 
lVgl. Real-Encykl. II 295. DE Rosst 
Roma sotterranea III 506. Bull. 1869, p. 49 
bis 64. MURATORI De diurno cereorum usu 
ap. Christ. (Diss. XVI, zu PAUL. NoL. Opp.). 
DE Rossx La capsella argentea africana etc. 
Roma 1889 (2 Bull. 1887, p. 118 sg., tav. 8 
bis 10). Ueber die Funde in Tebessa FARGES 
Rec. de 1a S00. de Constantine XXIII (1883 s.) 
114. Vgl. die Abbildung anderer Leuchter 
in den Kalenderbildern des Chronographen 
vom Jahre 354 (herausgegeben von STRZY- 
uowsxkr, Taf. 5) und auf einer kleinen Bronce- 
capsella von 'l'ebessa (Bull. 1887, p. 124, 
annot. 2). 
2 Vgl. m: Rossl Bull. 1869, p. 20 sg.; 1872, 
p. 25, tav. 2. Bonner Jahrb. LXIX Taf. 34. 
3 Vgl. FRIsI Memor. stor. di Monza I 
(Milsmo 1794) 24, tav. 4-5. Gmmvccx 
Stor. tav. 433 sg. Real-Encykl. [I 523, wo 
auch die Litteratur über das Verzeichniss der 
Olea sanrta des Abts Johannes angegeben ist. 
Ueber die als Todtenbeigabe in Aegypten 
Vielfach gefundenen Oelfläschchen mit dem 
h]. Mennas s. Fonmm a. a. O. S. 11.
        

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