Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1886088
Zweites 
Buch. 
Die 
Katakomben 
als 
Wiege 
der 
christlichen 
Kunst. 
Die SOplIl- DIE Geheimnisse des antiken Lebens sind uns fast mehr als durch die 
 schriftlichen Zeugnisse des Alterthums durch die Archäologie des Grabes 
erschlossen worden. Das gilt, wie für Aegypten, Hellas und Rom, auch für 
die Anfänge des christlichen Lebens. Man kann seinen Charakter nicht ver- 
stehen, seinen frühesten künstlerischen Aeusserungen nicht nachgehen, ohne 
eine einigermassen begründete Kenntniss seiner sepulcralen Alterthümer zu 
besitzen.  
Die altchristliche Gräberwelt umfasst ausser der römischen eine nam- 
hafte Anzahl Denkmäler verschiedener Art; keine aber sind für unsern 
Gegenstand und für die Geschichte unseres Studiums wichtiger als die Kata- 
komben Roms. 
Die römi- Die Erschliessung dieser unterirdischen Anlagen gehört dem 16. Jahr- 
hundert an. Das Mittelalter hatte bis auf die Katakombe von S. Sebastiano 
und einige Reste bei S. Lorenzo und S. Valentino die Erinnerung daran fast 
verloren. Wir sehen das aus des Augustiners Onofrio Panvinio (T 1568) 
bekannter Schrift ,De ritu sepeliendi mortuos apud veteres christianos et 
eorumdem coe1neteriis'(1572), Welche genöthigt ist, die Namen der altchrist- 
liehen Coemeterien nach den Martyreracten und einigen andern älteren Docu- 
menten zu geben. Niemand Wusste, 0b diese Grabstätten erhalten waren und 
wo sie lagen. Wenige Jahre später, am 81. Mai 1578, enthüllte der zu- 
fällige Einsturz eines Gewölbes in einer Vigna an der Via Salaria ein Stück 
dieser ,R0ma sotterraneai Es Waren Gemälde mit christlichen Darstellungen, 
Sarkophage und Insehriften in dieser unterirdischen Begräbnissstätte zu Tage 
getreten. Die Neugierde führte viele Besucher aus der Stadt auf die Fund- 
? statte; bald regte sich auch die Theilnahme gelohrter Kreise. Baronius, 
Y der damals an seinen ,Annalen' schrieb, ahnte die Bedeutung der Entdeckung. 
 Einige in Rom anwesende Fremde beniächtigten sich ihrer. Der spanische 
, Dominicaner Alfonso Ciacconio liess sich Abbildungen von Gemälden 
 fertigen, deren Zahl sich Inehrte, je tiefer man in die unterirdischen Gange 
 eindrang; seine Notizen gingen so gut wie verloren. Besser ging es denen des 
Flamänders Phil. de Winghe, welcher 1592 in Florenz starb und dessen 
Zeichnungen zum Tlheil wenigstens 1865 in Brüssel zu Tage traten. Sein Lands- 
Gesehichts; mann Jean PHeureux (Macarius) stellte bereits 1605 ein Werk über die 
ihiffnifgfil" Gemälde der bis dahin untersuchten Krypten fertig, Welches endlich in unsern 
Tagen durch Garrucci publicirt wurde. Es war der erste kunstgeschichtliche 
Die se pul- 
cralen Alter- 
thümer.
        

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