Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891111
2999m 
und liäsräiißäi 
Geräthe 
Nasus verehrte 777 eine Königin von Asturien der Kirche des hl. Thyrsus 
zu Oviedo  Dem alten Usus zu Ehren wird die Fistula heute noch in der 
päpstlichen Messe gebraucht, aber auch sonst hatte sich der Brauch noch 
mehrfach über das Mittelalter hinaus erhaltenl. In der griechischen Kirche 
bediente man sich des Asterisczis, eines kleinen, auf vier Füssen stehenden 
Metallstreifens, um die consecrirten Brodsgestalten auf der Patene vor Be- 
schädigung oder vor dem Herabgewehtwerden zu schützen. Die beigegebene 
Figur 413 zeigt einen solchen Asteriscius, doch steht nicht fest, wie hoch der 
Gebrauch dieses Instruments ins Alterthum hinaufreicht 2. Das gleiche gilt 
von der eucharistischen Lanze (äfia 2.757117), mit der die Griechen bei 
der Prothesis die Hostie von der Masse des" geopferten Brodes abtrennen 
(Fig. 414) und deren Gebrauch sich in den übrigen Liturgien nicht nach- 
weisen lässt 3. An Stelle derselben kommt im Abendland das eucharistisch e Das  
Messer (Culter eucharisticzos) vor, ein allerdings sehr seltenes Instrument. siäihgiiiji. 
In Vercelli existirte bis ins vorige Jahrhundert ein solches Messer, über 
welches zuerst Frova, dann Allegranza berichtet haben und das nunmehr ver- 
schwunden ist". Der Stiel, in Myrthenholz geschnitten, wies, vielleicht mit 
AXTHP Bezugnahälne auf äießn- 
231311" iiemelntefiäniiiite 
Fig. 412. Golum vinarium. lär Arbeiten auf;   
 war eigenthümlich, aber 
   immerhin mit künstleri- 
 scher Absicht, ornamen- 
 I"  um; (Fig. 41a). Während 
Fig. 414. Eucharistjsche Lanze. Fig. 413. Asteriscus. diese dgcoraltive Behand_ 
 lung des Objectes dem 
  christlichen Alterthum 
 entsprach, gehörten die 
Fig. 415. Eucharistisches Messer, ehemals in Vercelli.  
QVOD PARVI SVM BENE (Frova las suvne-re) POSCAT, und: -l- PESTIS 
POSCENTI FIAM FELIX RETINENTI, dem 10.-11. Jahrhundert an. Mög- 
licherweise ist auch das als Reliquie früher in S. Maximin, jetzt in der Pfarr- 
kirche zu Pfalzel aufbewahrte, die Inschrift CVltelllus  dowzyini  Ihu  quo  
usus  fußt  in  cena tragende Abendmahlmesser ursprünglich ein solcher 
Culterr eucharisticus 5. 
Das eucharisti sehe Brod selbst sollte nicht ohne eine gewisse künst- Hosticn. 
lerische Behandlung bleiben. Die jüdischen Opferkuchen waren runde Scheiben, 
die man nicht zerschnitt, sondern brach; auch die Pcmes proposritionis waren 
rund, aber etwas dicker. Die eucharistischen Brode der alten Kirche werden 
bis ins Mittelalter von doppelter Gestalt: entweder runde Brodplatten von 
der Grösse eines Tellers, den jüdischen Mazen ähnlich, und gewöhnlich mit 
einer Kreuzkerbe (daher Tsrpufßlwyoz, Pomes decussaetri genannt), bei den spä- 
teren Griechen auch mit dem Namenszug Christi oder dem lC X13 NlKA über 
1 Vgl. Real-Encykl. I 529. 
2 Ebd. I 100. 
3 Ebd. II 280. 
4 Bei Amomr Deduct. crit. 
in 
ven. Thom. 
Kempiens. Imit. Christi (Aug. Vindel. 1761) 
p. 310 sq. ALLl-IGRANZA Opuscol. p. 35. 
5 KRAUS Christliche Inschriften der Rhein- 
lande II Nr. 429.
        

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