Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891094
Geräthe und liturgische Kleidung. 
Sculpturen (so an der Patene des hl. Petrus Chrysologus) erwähnt 1. Ein sehr 
merkwürdiges Denkmal dieser Art ist die grossc silberne Schale von Perugia, 
welche die Inschrift (Tiere felix cum gazulio trug und die demnach allem An- 
schein nach für die Aufnahme der Eulogien diente. Verloren gegangen ist 
leider der 1637 im Garten des Jesuitennoviziats in Trier gefundene Silber- 
discus, welcher in der Mitte das Christusbild mit dem Nimbus, dazu vier 
Heiligenbilder ohne Nimbus und ohne vorgesetztes scmctus die Namen PETRVS 
PAVLVS IVSTVS HERMES (die auch auf den Goldgläsern häufig wieder- 
kehren) darbot 2. Dies kostbare Werk dürfte noch dem 4., spätestens 5. Jahr- 
hundert angehört haben. Eine prächtige Patene, die Orux ganmmta zwischen 
zwei Engeln zeigend, wurde 1846 in Sibirien gefunden und gelangte in die 
Sammlung des Grafen Stroganoff (Fig. 408) 3. Manche Schüsseln dieser Art 
dienten bloss zum Schmuck und wurden an den Chorbogen aufgehängt (sogen. 
Gabatae) 4. Zu welcher Kategorie die 1882 bei Jesi gefundene Patene mit 
dem Fisch zu zählen sei, mag dahingestellt sein. Auf die sehr bemerkens- 
werthe Schüssel 
  des sogemAttila- 
ß  schatzes5 werden 
3c T" fä,   wir noch Anlass 
_     haben zurück- 
   t-u  mllll) Mr!   zukommen 6. 
  , l i ' g e .li' , x    Unter Amula 
i" ll M1] Ä.  3' ll  Will  (Anm) verstand 
V2.1; 1 Ill v1 fl   Ii '31:  man das Gefäss 
 fällt Riff     in Welchem def- 
 ügi  l  {lud WER l  von den Gläu- 
r 1' ll a     r l, bigen geopferte 
a. p,  e. J  MM e m    
   s:  -i  a.   Wem bewalnt 
dir JÄWN"    T: l --lniillillililiili wurde bis er in 
.1 Esi:ezsiauzaaarliiaaiiiaW v 
Q IQ W  die Kelche ein- 
M" Wh-mtnnlmlllla gegossen wurde 7, 
Fig. 40a. Patena stregenerf. Fig. 409. Amuln. und Welches von 
seiner dem Was- 
sereimer (Ülpiy, Hama) ähnelnden Gestalt den Namen trug. Solange die Gläu- 
bigen bei der Liturgie regelmässig communicirten, waren zahlreichere und 
grössere Gefässe hierfür, wie wahrscheinlich auch für die Aufnahme von 
Wasser und Oel, das ebenfalls geopfert wurde, erforderlich. Später treten 
an ihre Stelle unsere heutigen Messkännchen (Arceoli, Anzpullae). Der Liber 
pontif. erwähnt Awrulae aus Gold und Silber, die mehrere Pfund wogen, und 
Gregor d. G128 spricht von mit Edelsteinen besetzten (Anaulrae onyclzi-izae). 
Auch diese Amulae unterlagen künstlerischer Behandlung. Zwei mit Sculp- 
turen geschmückte publicirte Bianchini in seinen Anmerkungen zum Papst- 
buch (II 179). Auf der einen sieht man Christus inmitten seiner Jünger auf 
' Vgl. PATRIZZI De pat. argent. mystica etc. 
Rolnae 1706. 
2 WILTHEIM Lucilb. rom. p. 120.  KRAUS 
Christl. Insohriften der Rheinlande I 195. 
3 Bull. 1871, tav. 9 1. 
4 Lib. pontif. in Leon. 111. 
5 HAMPL S. 51. 59. 
6 Vgl. noch zu dem Gegenstandes Real- 
Encykl. II 595 f. ALDENKIRCHEN Drei litur- 
gische Schüsseln des Mittelalters (Bonner 
Jahrb. Bd. LXXV. 1883). BETHUNE Les 
bassins liturgiques (Rev. de Part chrät. 
N. S. IV 318 s.)l  
7 Ord. vom. l n. 13. 5 Ep. I 42, 
33 9""
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.