Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891074
552W? 
Kleidung. 
liturgische 
späterer Jahrhunderte und der Gegenwart übergegangen. Das Papstbuch ist 
unerschöpflich in der Aufzählung all der kostbaren Ausstattungsgegenstände, 
mit welchen die Kaiser und andere hohe Personen seit Constantin die Basi- 
liken Roms beschenkten. Es ist schon hervorgehoben worden, dass man 
diesen Angaben hinsichtlich der ältern Zeit mit Misstrauen zu begegnen hat. 
Die detaillirten Mittheilungen über die Schenkungen des 4. und 5. Jahr- 
hunderts sind meiner Ansicht nach erst in späterer Zeit eingesetzt worden, 
wenn auch zuzugeben ist, dass, wie uns Ammianus Marcellinus, ein gewiss 
unbetheiligter Autor, bezeugt, bereits in der Mitte der zweiten Hälfte des  
4. Jahrhunderts der Reichthum der römischen Kirche ausserordentlich war. 
Von den Ausstattungsgegenständen, welche hier in Betracht kommen, 
ist der Kelch (Calix) der wichtigste. Seit die Gemeinde ihren eigenen man. 
Gottesdienst, d. h. die eucharistische Feier, besass, also von Anfang an, war 
dies Gefäss eine Nothwendigkeit, wenn auch Form und Bezeichnung des- 
selben verschieden Waren. Den Vermögensverhältnissen entsprechend, be- 
sassen die einzelnen Kirchen Kelche aus Holz, Thon, Erz, Horn, Elfenbein, 
büßt aus Silber und Gold. Im 2. und 8. Jahr- 
JM,  hundert müssen Glaskelche sehr üblich 
   gy gewesen sein, wie auch aus der Nach- 
Q I,    richt des hl. Irenaeus (I 13) hervorgeht, 
ä    nach welcher der Wein, dessen sich die 
   Marcosiner bei der Eucharistie bedien- 
Fi" 2105 Geiüssebvon einem Bliisrelicf in Mtilllil. ten, nach der Segnung roth erSChieIL 
  Das nämliche wird durch das früher 
erwähnte Gemälde in den Grüften der hl. Lucina bestätigt. Gläserne Patenen 
lässt das Papstbuch den hl. Zephyrinus einführen. Allem Anschein nach hat 
das Aufkommen der so zierlichen Goldgläser lnicht wänig dalzu äwigetrtagin, 
den liturgischen Gebrauch der Glaskelche zu ieben, er sic , en pa risi- 
sehen Quellen gemäss, bis ins Zeitalter Gregors d. Gr. erhielt. Daneben 
blieben auch die Kelche aus unedlem Metall in Gebrauch. In den verarmten 
Zeiten des beginnenden Mittelalters waren die Holzkelche vielfach in Ge- 
brauch, bis sie bei zunehmendem Wohlstande in der karolingischen Zeit all- 
mählich als unziemlich beiseite gesetzt wurden. Von Urban I (222-230) be- 
richtet das Pontiiicalbuch, er habe alle heiligen Gefässe aus Silber her- 
stellen lassen, welche Notiz ich gleichfalls für verdächtig halte. Indessen 
scheint Rom schon frühzeitig goldene und silberne Kirchengefässe gehabt zu 
haben, wenn man der Legende des hl. Laurentius Glauben schenken darfl. 
Aus dem 4. Jahrhundert wird dies auch für andere Kirchen durch mannig- 
fache Nachrichten bestätigt. In der zu Chalcedon im Jahre 451 verlesenen 
Klageschrift gegen Ibas ist von einem mit kostbaren Edelsteinen geschnäickteä 
Kelch die Rede. Zuweilen trugen die Kelche Inschriften der Donatoren anac 
Calrices Ziitterati genannt), wie der von Galla Placidia (1- 450) der Zacharias- 
kirche in Ravenna und der von Kaiser Valentinian III der Kirche zu Brive 
gewidmete. Der Form nach lehnten sich die ältesten Kelche sicher an die 
der Trinkgefässe der Römer und Griechen an. Der Becher (Ouppa) wird 1m  
allgemeinen von einem runden oder polygonen Knauf (Nodusä Poczlcllum) ge- 
tragen ewesen sein, der auf einem breiten Fuss ruhte. nweien waren 
aucth dieg Kelche mit Henkeln versehen. Ein in Monza erhaltenes Basrehef 
Pnvn. 
Peristeph.
        

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