Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1891040
Achtes 
und Welches ausser dem Namen des Eigenthümers in monogrammatischer Ver- 
schlingung auf der einen Seite die Inschrift EMMANOYHÄ NOBISCVM DEVS, 
auf der andern den schönen Spruch CRVX EST MIHI VITA [l MORS INIMICE 
TIBI trägt (Fig. 396). Solche Enkolpien in Kreuzesform erwähnt zuerst 
Papst Gregor d. Gr., der ein noch in Monza erhaltenes der Königin Theode- 
linde schenkte 1. Sehr bemerkenswerth ist auch die Goldplatte mit Christus 
am Kreuz, welche Forrer-Q nebst verschiedenen Blattgoldkrenzen anführt. 
ae. Reine Toilettengegenstande waren die Fibulae, Broschen und Spangen 
zum Zusammenhalten der Kleider und Haare, wie sie das ganze Alterthnm, 
namentlich zum Halten des Sagum und der Palla gebrauchte. Von der 
hl. Perpetua erzählen ihre Acten, dass sie, als sie zum Tode ging, ihre Haare 
ßinfilmlazviti In den Katakomben traten manche dieser Fibulae, wie sie Frauen 
und Männern dienten, zu Tage 3. Sie sind meist aus Metall in mehr oder 
Weniger künstlerischen Formen gearbeitet, oft in Gestalt von Thieren, be- 
sonders Scarabacen, als Reife mit Tigerköpfen; andere sind aus Elfenbein 
 oder Horn gearbeitet. Zu 
 besonderer Beliebtheit ge- 
  langten diese Spangen bei 
iillilll  den barbarischen Völkern 
1j„nl l m UICÜITAQX des Nordens, in deren Grä- 
x      bern sie häufig gefunden 
    15:? ' werden. Einzelne Exemplare 
Armband mit den Ziiehen des Thierkreises. IP sera. solcher Fibulae sind  dem 
Kreuz (oder dem vierspeichi- 
y  X gen Rad P), andere mit christlichen In- 
   Schriften versehen 4. So wenig wie auf 
i" die Fibulae verzichteten die Christinnen 
  'Nl   auf die Armbänder (Awnillae), die 
  an verschiedenen Körpertheilen, bald 
 A 7'  . _ über dem Handgelenk und bald über 
Ä   i" L dem fleischigen Theil des Oberarms, ge- 
  f" tragen wurden. Auch die Männer Waren 
7 ß- M _-I w"; von dieser Eitelkeit nicht frei, so sehr 
Fig. 399. Broncestempel. Tertullian dagegen eifern mochte. Auf 
 einem in den Katakomben gefundenen 
Goldglas trägt die Psyche zwei solcher Armillae 5. Von den bei Boldettiö ver- 
öffentlichten drei Armbändern trägt eines die Zeichen des Thierkreises, dessen 
astrologische Bedeutung auch bei den Christen in Ansehen stand (Fig. 397) 7. 
1 Andere merkwürdige ,Bu1len und Amu- 
lette und Kreuzanhängd aus ägyptischen 
Gräbern führt FORRER a. a. O. S. 17. 20 f. 
auf, darunter mehrere mit biblischen Scenen. 
Die ebd. S. 21 aufgeführten Broncehände mit 
angeblich segnender Fingerhaltung sind da- 
gegen profane Amulette, welche den heute 
noch üblichen Gestus des Südländers gegen 
den bösen Blick an sich tragen. 
2 Ebd. S. 18. 
5 BOLDETTI II 518, tav. 9. 
4 Vgl. über den Gegenstand Real-Encyk]. 
I 505. DE Rossl Iionm sotterranea, III 584. 
Betreffs der barbarischen Funde besonders 
Cocmar La Normandie souterraine. Rouen 
1854; Sepultures gauloises. Rouen 1857. 
LINDENSCHMIT Handbuch der deutschen Alter- 
thilmskunde Bd. I. Braunsehw. 1880. Ferner 
die Publicationen der rheinischen Alterthums- 
vereine.  Broncene Gürtelschnallen mit 
christlichen Inschriften bei KRAUS Christliche 
Inschriften der Rheinlande l Nr. 12. G3.  
Ueber Fibeln und Agraffen aus den ägypti- 
schen Gräbern siehe FORRER a. a. O. S. 18. 
5 GARRUCCI Vetri 2 tav. 35 4; vgl. tav. 36 3. 
G ll 501, tav. 2. 7 Vgl. Rcal-Encyk]. U. 1010.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.