Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1890912
Technische und 
iKleinl-xünste. 
E 
wickelt, aus den Diptychen der Verstorbenen die Nekrologien. Diese rein 
kirchlichen Diptychen empfingen an der Aussenseite einen Reliefschniuck, 
welcher Bilder des Heilandes, der heiligen Jungfrau, anderer Heiligen, Scenen 
aus dem Alten und Neuen Testament, ja ganze Cyklen biblischer Geschichten 
(wie das oben behandelte Diptychon, welches Prudentius beschrieb) bot. 
Beispiele dieser Richtung sind das dem 4. Jahrhundert angehörende Diptychon 
der Mailänder Kathedralel, das Berliner und dasjenige von S. Michele in 
Murano. Andere sind verschwunden, wie die Diptychen von Fulda und 
S. Maximin bei Trier. Manche der ehemals zu Diptychen dienenden Elfen- 
beinplatten sind im Mittelalter als Einbanddecken verwendet worden. 
Ein Einband der Evangelien der vaticanischen Bibliothek, ein anderer in der 
Kathedrale zu Vercelli, eine schöne Platte in der Bibliothek zu Ravenna? 
stellen Beispiele davon dar; andere iinden sich in den Schatzkammern zu 
Lüttich, Essen, Tongern, in den Bibliotheken zu München, S. Gallen, den 
Museen zu Darmstadt, Brüssel u. s. f. 
Eine andere Classe von Elfenbeinarbeiten, die sogen. Pyxiden, hat uns PyXltlt 
reizende Erzeugnisse altchristlicher Kunstübung bewahrt. Es waren diese 
Pyxiden (zylindrische Behälter, meist für Pretiosen, welche, dem profanen 
Leben entnommen, auch im kirchlichen Verwendung fanden. In der ältesten 
Zeit bis zum Ausgang des ersten Jahrtausends dienten sie zur Aufbewahrung 
der heiligen Eucharistie und hingen an kleinen Ketten über dein Altar; später 
kommen sie als Reliquienbehälter in Betracht. Die Exemplare im Münz- 
cabinet zu Wien, in der Sammlung der Antiquarischen Gesellschaft zu Zürich, 
in der des Grafen Possenti zu Fabriano, im Dom zu Xantena lassen in An- 
sehung ihrer mythologischen Darstellungen keinen Zweifel an ihrem heidni- 
schen Ursprung. An der Spitze derjenigen Pyxiden, welche aus christlichen 
Händen hervorgingen, stehen diejenigen von Bobbi04, wo Orpheus mit der 
1 BUGATI Mem. di S. Celso. 
2 Abbildung bei Plälmtrlä 1. c. Fig. 231. 
3 AUs'M WEERTH Kunstdenkm. der Rheinl. 
Taf. 17 1. 
4 Publicirt von BOTTAZZI in seinem ,Embl. 
e simboli dell" antico sarcofago di Tortonw. 
1824. VVESTWOOD Catalogue of the Fivtile 
Ivories in the Kens. Mus. p. 379. 
32 1""
        

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