Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1890881
Siebentes Buch. 
namhaften Einfluss auf die später 
reliefirter Broncethüren zuschreibt. 
Jahre scheint leider das Monument 
so bedeutsam sich entwickelnden Güsse 
Ein bedauerliches Ereigniss der letzten 
nicht unerheblich verletzt zu haben. 
VII. 
Die Verarbeitung des Elfenbeinsl, d. i. der harten, weissen Knochen- 
masse der Stosszähne des Elefanten, war bei den Culturvölkern des Alter- 
thums frühzeitig eingeführt und allgemein verbreitet. Die Empfänglichkeit 
dieses Materials für Farbe, Vergoldung und vor allem für Politur, seine Bieg- 
samkeit in Verbindung mit seiner vrossen Dauerhaftigkeit gaben ihm selbst 
manche Vorzüge vor Iiem Marmor. öVon Indern, Aegyätern dnd Persern ver- 
breitete sich der Gebrauch des Elfenbeins bei den Juden, Griechen und 
Römern. Die Urkunden der Ersteren wissen von dem von zwei Löwen flan- 
kirten Thron Salomons (1 Kön. 10, 18; 2 Par. 9, 17), von dem elfen- 
beinernen Hause Achabs (1 Kön. 22, 39) zu erzählen. Ilias und Odyssee be- 
richten von zahlreichen elfenbeinernen Zieraten bei Troern und Griechen, 
und vor allem berühmt sind die chrysoelephantinen Werke aus dem Zeitalter 
(I? des Phidias, die Tempelstatuen des Parthenon und 
53m des Zeustempels in Olympia. Etrusker und Römer 
 ßän folgten den Griechen m dieser Mode. Bilder und 
  4 Statuen, Throne und Scepter, Thüren aus Elfen- 
6 _ i. bein werden erwähnt. In der Kaiserzeit waren es 
g v7 n, O namentlich die Elfenbeindiptychen, welche auch 
 i  1 i  14.2412 I: für die christliche Kunst Bedeutung gewannen. In 
 liii     den Katakomben ist freilich nie ein Diptychon zu 
äßhlßä Tag getreten, weder ein consularisches noch ein 
03m0 47W kirchliches 2. Was man da an Elfenbeinarbeiten 
fd,b h"kt'h fB htb "td 
   cligliindii" Zlieiieiic, 935230532, Q3233 
(Im Museo Gnstlano") solche Tesserae, welche die Sklaven am Halse 
trugen, einen kleinen Grabsteins, Plättchen von Fibulae, Fische, Messer- 
stiele, Spielwürfel, Kämme, Figürchen (offenbar auch Spielpuppen), Nadel- 
büchsen. Von figurirten, specifisch altchristlichen Elfenbeinen sind von de Rossi 
nachgewiesen: eine Stuhlbekrönung in Kugelform; ein mystisches Schiff mit 
der Inschrift SYCSBI ZHCAIC  wol ein Geschenk an einen Täufling vor- 
constantinischer Zeit; ein halbes Elfenbein-Ei mit dem Brustbild zweier 
Gatten, dem Monogramm i und der Umschrift DIGNITAS  AMICORVM  
VIVAS  CVM  TVIS  FELICITER-4; endlich das bereits von uns erwähnte. 
1 Vgl. zu dem Gegenstand, ausser der 
Litberatur über die Diptychen (s. unten): 
WVYATT Notices of Sculpture in Ivory. OLD- 
FIELD A Catal. of specimens of ancient Ivory- 
Cardings. Lond. (Arundel Soc.) 1856. W. MA- 
SKELL A Description of the Ivories in the 
South Kensington Mus. London 1872. J. O. 
WESTWOOD A descr. Catalogmle of the Fictile 
Ivories in the South Kensington Mus. With 
an account of the Continental Colleotions of 
classical und mediaeval Ivories. London 1876. 
(Statistisches Hauptwerk, heute nicht mehr 
genügend.) Real-Encykl. I 364 ff. 399 ff. D012- 
BERT Zur Geschichte der Elfenbeinsculptur 
(Repertorium für Kunstwissensch. Bd. VIII. 
1885). 
2 Dm Rossi Roma sotterranea III 595; 
vgl. indessen ibid. p. 305. 
3 Ibid. III 598.  
4 BOLDETTI p. 514.
        

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