Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1890799
'l'echnische 
Kleinkünste 
seinen Bekennern, und namentlich unter seinen Bekennerinnen nicht die Nei- 
gung ausrotten konnte, jene anmuthige Technik in Dienst zu nehmen, be- 
zeugt uns bereits Clemens der Alexandriner. Die römischen Christen werden 
so gut wie diejenigen Aegyptens von der Kunst der Goldschmiede Gebrauch 
gemacht haben. In der Zeit der Verfolgung gewiss nur massig. Die Kata- 
komben haben uns nur wenige Erzeugnisse dieser Kunst erhalten; viele 
wurden sicher in den Tagen der Trübsal der Noth der Armen geopfert; 
andere hat uns die Habsucht späterer Geschlechter entzogen. Seit Constantin 
der Kirche den Frieden zurückgegeben, ist, wie wir aus manchen Zeugnissen 
wissen, innerhalb der Gemeinde Vermögen und Lust, sich an Schmucksachen 
zu erfreuen, rasch gestiegen; andererseits wandte die fromme Andacht nun 
das Beste, was diese Technik zu erzeugen im stande war, der Verherrlichung 
des Cultus und dem Schmuck des Gotteshauses zu. Das Papstbuch lässt Con- 
stantin d. G. selbst die grossen in Rom begründeten Basiliken aufs reichste 
mit kostbaren Gefässen, Kelchen, Kreuzen, Weihrauchgefässen, Candelabern, 
Bildsäulen u. s. f. beschenken 1. Obgleich diese Angaben sich bereits in der 
ersten Ausgabe des Liber pontiücalis linden, sind sie doch nur mit Vorsicht 
aufzunehmen. S0 auch die Notiz über das silberne Relief, welches in S. Lo- 
renzo fuori le mura das Martyrium des Heiligen darstellte. Eusebius ist 
ebenso beredt in dem Lobprcis der Munificenz, welche Constantin bei Grün- 
dung der Heiliggrabkirche in Jerusalem 2, der Apostelkirche in Byzanz3 und 
bei anderen Gelegenheiten4 an den Tag legte. Leider bietet uns sein Text 
keine kunstgeschichtlich zu verwerthende Beschreibung dieser Kostbarkeiten. 
Unter den folgenden Regierungen mehrten sich die Schenkungen; gewiss sind 
manche Tempelschätze zum Schmuck unserer Basiliken umgegossen worden. 
Pulcheria schenkte der alten Sophienkirche einen prachtvollen Altar 5, Kaiser 
Justin übersandte S. Peter in Rom ßvangelia cum tabulis aureis et cum gem- 
mis pretiosis pensaiztia Zibr. XV' (Lib. pont.), weiter Kelche, Patenen. reiche 
mit Edelsteinen gezierte Kreuze; eines der letzteren wird noch jetzt im Museo 
Gristiano des Vatican aufbewahrt 6, freilich, wie es scheint, stark überarbeitet. 
Sehr restaurirt ist auch das silberne Kreuz des Agnellus in Ravenna. Vor 
allem aber war die Sophienkirche bei ihrem Neubau durch Justinian d. G. 
auf das allerreichste an Werken der Goldschniiedekunst bereichert worden. 
Ueberaus kostbar muss der nach den alten Beschreibungen von Gold und 
edlen Steinen glänzende Altar gewesen sein, welcher bald nach seiner Her- 
stellung bereits durch das Einstürzen der Kuppel zerstört wurde. Leider 
haben wir nur ungenügende Nachrichten über die Frage. inwieweit bei diesen 
Erzeugnissen noch die historische Kunst eine Rolle spielte. Wir werden bei 
Besprechung der kirchlichen Gerathe und der Innenaustattung der Kirchen 
mit verschiedenen Erzeugnissen der Goldschmiedekunst noch nähere Bekannt- 
schaft machen. Hier sei noch mit wenigen Worten eines der anziehendsten 
Zweige dieser Technik gedacht, wenigstens insoweit sie in der hellenistisch- 
römischen Kunst der Christen Verwendung fand: denn ihre Hauptblüte fällt 
einer spätern Zeit zu. 
ßhnaltzmv, (daraus entstand das GSIHHZCÜZHTZ, s-malto, ämail, unser deutsches 
suz-alte, schmalte, Schmelz) bezeichnet heute dreierlei Producte: den Glasfluss, 
1 Ed. DUCHESITE II 77 sq. 
2 Vita Oonst. III 40. 
3 Ibid. IV 58. 4 Ibid. lII 28. 
50 SQ- 
5 Sozom. Hist. eecl. IX 1. 
" Vgl. die Notiz Glmmmafs 
Rech. p. 122. 
bei 
BAYET
        

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