Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1890786
Siebentes 
gestaltet, in welchem das Monograninl über dem ruhenden {lonas strahlt 
(Fig. 365). Höchst mannigfaltig ist die Decoration der Thonlämpchen, auf 
welchen uns das Monogramm, später das Kreuz, der gute Hirte, das Lamm, 
Tauben, Halmen, Pfauen und andere Vögel, Pferde, Löwen, Hasen u. s. w., 
selten biblische Scenen, wie das Opfer Abrahams, J onas unter der Kürbisstaude, 
die drei Jünglinge im Feuerofen, die Anbetung der Magier, begegnen (Fig. 
366-368). Auch Fische und Delphine, das eucharistische Gefäss, Brustbilder 
von Personen werden angetroffen. Die Lämpchen scheinen zuweilen dog- 
niatischen Absichten gedient zu haben. Ein Exemplar aus Selinunt hat wie 
nordafricanische Lampen das DEO GRATIAS, das lfeldgeschrci der Orthodoxcxi 
gegen die Donatisten und ihr DEO LAVDES1. M 1 1 i t 
Zur Beleuchtun der Kirc en dienten seit der itto des 4. Ja 11' IHM 91' VS 
Lampen von verschiedener Einrichtung. Hängelampen (Coronae, Crirculi 
lumivmwz), welche an beweglichen Seilen hingen, beschreibt Prudentius (Cath. 
V 114) in ihrer Wirkung: sie trugen auf einem Reifen eine Anzahl Glas- 
gefässe, in denen das Oel brannte. Von dieser Art werden auch die von 
Paulin von Nola erwähnten ymzltifores lyclznif gewesen sein. Erhalten haben 
sich keine Exemplare dieser Leuchter; dagegen sehen wir sie auf späteren 
Denkmälern abgebildet, wie in der Unterkirche von S. Clemente, auf einer 
Miniatur von S-Germain des Pres und auf dem Altarrelief von S.Ambrog10 
in Mailand 2. Beliebt war auch das Aufhängen 
 von Lampen an die Arme des Kreuzes, wie ein 
i":  Bild in dem Baptisterium von S. Ponziano zeigt, 
 sowie an Ketten, nvelche von Votivinschriften 
 herabh1ngen3. Wie weit man übrigens 1n der 
  Ausgestaltung der Lampenfornien (uns zeigt 
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 vor allem die meikwvurdige Bioncelampe des 
Fig. 369. BronLampe. (.etcrsbu1-g_) 5. Jahrhunderts, welche, in Qrleansville ge- 
funden, lIl die Sammlung Basilewski und mit 
ihr nach S. Petersburg gelangte. Sie stellt eine Basilika vor, aus deren 
Langseiten je drei Armleuchter mit iiacher Schale hervorragen (Fig. 369). 
Von den mannigfachen Formen der Lampenhalter (Lyclzmaclzi) und 
Leuchter, wie sie bei den Alten in Gebrauch waren, haben die Christen 
zweifellos auch zu Hause wie bei ihrem Gottesdienst Gebrauch gemacht. 
Dass man sich in den Katakomben broncener Cereolaria bediente, ist durch 
Bildwerke bezeugt4, doch sind uns deren keine mehr erhalten 5. Wol aber 
fanden sich noch thönerne Lichtertrager 6. Später gab man nach Gregors d. Gr. 
Zeugniss solchen Lichtträgern auch die Form von Delphinen, deren Namen 
sie auch trugen 7. 
G old- 
schmiede- 
kunst. 
Einen wie breiten Raum die Goldschmiedekunst bei allen antiken 
Culturvölkern eingenommen, ist bekannt. Dass das Evangelium auch unter 
1 Eine häretische Lampe in Form eines 
Moschee, trägt die Aufschrift: SPO) SIMI 
LÄNACTACIC (LE BLANT 1.  
2 Vgl. das Veroneser Exemplar bei DE 
Rossl Bull. 1891, p. 139 sg. tav. 92-3. 
3 Wie das in Siebenbürgen gefundene 
(DE RossI 1. c. tav. 9  
4 GARRUCGI tav. 101. 102. 104. 
5 DE RossI Roma sotterranea III 507. 610. 
6 Ibid. 
7 Für diese und manche andere Details 
vgl. Real-Encykl. II 267. 295. FANOIULLI 
m OSIMO De lucernis lalnpzvdibusque pensili- 
bus in aedib. sacr. vet. Christ. Maceratae 1802.
        

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