Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1890585
Sechstes Buch. 
neben dem von uns S. 174 besprochenen Londoner Elfenbein die älteste Dar- 
stellung des Sujets und jenem auch hinsichtlich des Gehenkten und des Baumes 
nahestehend. 17. Die Juden vor Pilatus. Das Mittelstück mit dem hinter 
dem Tisch sitzenden Pilatus ist mit Nr. 15 identisch. Christus fehlt auf dem 
Bilde. Rechts und links von Pilatus stehen Juden, welche die Arme lebhaft 
gesticulirend ausstrecken. Vor der Gruppe rechts ein Schreiber, der im Be- 
griff ist, den Brief an Herodes nach dem Dictat des Landpflegers auf eine 
mit Holz eingerahmte doppelte Wachstafel (ein Diptychon) mit mctallenem, 
blauem Stift zu schreiben. Auch ein ganz neues Su'et. 18. Christus und 
Barabbas. Auf einem hügeligen Plan steht Christus, aiischeinend schweigend, 
mit verhüllten Händen links, zwischen zwei ihn mit Ruthen bedroheiiden 
Henkersknechten; rechts führen zwei andere Knechte den Barabbas herbei, 
der sich unter seinen Stricken windet. Auch dieses Sujet ist bis jetzt nicht 
      dargestellt gewesen. Von den beiden 
l -  j Titelblättern enthält das erste, für 
  .       .  das ganze Werk bestimmt, in einem 
 X   Ä  Kreis vier Medaillons mit den bär- 
e j  tigen Brustbildern der vier Evan- 
 l    1 gelisten, welche Niinben und Bücher 
  X   haben, denen aber die evangelisti- 
 e,    sehen Zeichen nicht beigegeben sind. 
sei   j  Viel interessanter ist das Titelblatt 
     zu Marcus (Fig. 351). Unter einer 
      prächtig ausgestatteten, am Gebälk 
Ä      vergoldeten Tempelhalle sitzt der 
 , Im  X.   m .2 Evangelist in einem grossen Marmor- 
    ;  sessehmit hoher Lehne, indem er 
sei,   l auf eine Rolle die ersten Worte 
   x  seines Evangeliums schreibt. Er ist 
  )  k l A k bartig, ohne Nimbus; nähen ihäjiu sieht 
   " 5   man sein grosses go enes inten- 
 lilii   fass, dessen Deckel an einer Schnur 
   " 4 herabhangt. Vor ihm, mit der Rech- 
 iiriri.  eee eeeh eee Stfferfe geeeeeeee eeeee 
 eine io e wei ic e 'es a , in ein 
hellblaues, einfach, aber sehr wür- 
dig drapirtes Gewand nonnenhaft gekleidet, welches von dem Haupte bis 
zu den Füssen herabfällt. Um das Haupt ist durch eine bläuliche Linie 
ein Nimbus gezogen. Die Herausgeber glauben hier mit (irrthümlicher) Be- 
zieilriunlg auf die in der Wiener Genesis hinter dem aus dem Paradies aus- 
ge rie enen ersten Menschen aar stehende Gestalt die Personification der 
Kirche annehmen zu sollen. IKondakoif denkt an die libjzieazg oder Öpdvijazg 
der Dioskorideshandschrift und erinnert an die Gestalt der Wiener Genesis, 
die er hier als Personification des Exils ansieht, und an die ,Melodie' im 
Pariser Psalter. Es scheint kmir im Cod. Rossanensis nur an eine Personi- 
ücation gedacht werden zu önnen, und da gebe ich, Wie das bereits oben 
S. 208 angeführt wurde, derjenigen der göttlichen Weisheit den Vorzu , die 
uns hier zuerst entgegentritt. Diese Personiiication erhielt sich danä das 
ganze Mittelalter hindurch, um in Danteis Beatrice ihren höchsten Triumph 
zu feiern.
        

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