Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1890138
des vierten, 
Bildercyklen 
iünfl 
sechsten 
Jahrhunderts. 
setzen möchte und Welches die Transiiguration darstellt, kann nach Massgabe 
der vorliegenden Abbildungenl nur der schlechtesten Zeit des spätem Byzan- 
tinismus zukommen. Von den Mosaiken der Hagia Sophia wird unser Ab- 
schnitt über die byzantinische Kunst ausführlicher zu sprechen haben. 
Wir wenden uns nach Ravenna wo die Geschichte der musivischen Ravennati; 
Kunst sich gewissermassen mit dem politischen Aufblühen und dem Nieder- Schekgfsal" 
gang dieser letzten Zuflucht des weströniischen Kaiserthums deckt 2. Auf 
Wenigen Punkten der Kunstgeschichte sieht man die Entwicklung und das 
Versinken des künstlerischen Vermögens so offenkundig an die schöpferische 
Inspiration des politischen Genius geknüpft wie hier. Honorius hatte 405 das 
Imperium aus Mailand hierher in Sicherheit gebracht, wo es sein Ende finden 
 sollte. Der einzige Lichtpunkt in seiner und seines 
 Nachfolgers Valentinian III Ze't ist das A ft et d 
 die Thäiatigkeit Galla Placidia's (Cimau shsilitld) 
 äiiiiioijfähiOäläleäfslliiiäiiiireiiefiraillällfiit  
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 d;  den ßolatwf, die sie dem römischen Reich in dieser 
 i" f Nacht des Elends und J ammers darreichte 3. Der ein- 
 "i   5.  zige oder jedenfalls der beste Ruhmestitel, der letzte 
 ifkh  '21,   Sonnenstrahl, der den Grabesgang des Imperiums hier 
 w: ,ljljxsißß'  beleuchtete, war das Kunstleben, welches sich in Ra- 
  venna Wahrend der dritthalbdahrhunderte entfaltete, in 
 l   
 I;  13'.       
 j   sich genau an die drei einander ablösenden Culturepochen 
  i]  an: die erste ist noch rein römisch, die zweite ist be- 
 zeichnet durch die Herrschaft der Ostgothen, die dritte 
  durch diejenige der Byzantiner. 
 Galla Placidia hat, lange Zeit für ihren unmün- 
Fiäffik i; lääfalsäiuf" digen Sohn Valentinian III die Regierung führend, ein 
 Vierteljahrhundert in Ravenna zugebracht. Sie hat ihre 
Tage in Rom beschlossen (27. Nov. 450), aber ihre letzte Ruhe in Ravenna 
gefunden, und zwar in jenem reizenden Mausoleum (S. Nazario e Celso), 
1 GARRUCCI tav. 268. 
2 Als Quellenwerk kommt hier vor allem 
in Betracht der Liber pontificalis des AGNELLUS 
(Mitte des 9. Jahrhunderts), dessen Angaben 
für die ältere Zeit auf die um 546 entstan- 
dene Chronik des Bischofs Maximian zurück- 
gehen (ed. BACCHINI, Modena 1708).  MURA- 
wom SS. I1 1-187. Neue Ausg., ed. HOLDER- 
EGGER M. G. SS. Langob. p. 265!301.  
Von der ältern Litteratur sind zu erwähnen: 
HIERON. RUBEI Ital. et Rav. Historiar. libri XI. 
Venet. 1572-1589. 1590. Dnsn). SPRETI De 
amplitudine, eversione et restauratione urbis 
Ravennae. 3 voll. Rav. 1793-1796 (gibt 
hauptsächlich die Inschriften) , mit dem Ap- 
pendix: Compendio istorico di comporre i 
musaici, con 1a descrizione de' musaici an- 
tichi che trovansi nelle basiliche di Ravenna, 
etc. Rav. 1804. FANTUZZI Mon. Rav. 3 voll. 
GmoL. FABBRI Ravenna ricercata.  Von 
Führern für Ravenna leisten dem Besucher 
ausser dem trefflichen Abschnitte bei GsnLL- 
FELs einige Dienste die ,Guida breve per 
Ravennaß Rav. 1883, und besonders Conrmno 
RICCI Ravenna e i suoi dintorni, Rav. 1878. 
 Eine genügende Publication der ravenna- 
tisehen Mosaiken fehlt leider noch ganz; wir 
sind da noch ganz auf Ciampini, Garrucci und 
die übrigens meist brauchbaren Photographien 
Riccfs in Ravenna angewiesen. Das Beste über 
den Gegenstand schrieben RUn. RAHN (Ein 
Besuch in Ravenna, in ZAHNS Jahrbuch für 
Kunstwissenschaft I [1868] 163 f.) und  P. 
RICHTER (Die Mosaiken von Ravenna, Beitrag 
zu einer kritischen Geschichte der altehrist- 
liehen Malerei. Wien 1878). v. QUAST Alt- 
christliehe Bauwerke von Ravenna. Ber]. 1842. 
5 JORNAND. Get. p. 32. 
        

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