Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1890025
416 
Buch. 
Sechstes 
die erstere annehmbar zu sein. Auf der entgegengesetzten Seite sehen wir die 
Darstellung im Tempel (Fig. 324), dessen Facade wie die einer altchristlichen 
Basilika gebildet ist: ein Anachronismus sehr belehrender Art, für den wir 
dem Künstler dankbar sein müssen. Von einer daneben stehenden Scene hat 
sich nur ein davoneilender Engel erhalten  Garrucci denkt an Mariens Flucht 
nach Aegypten. In der zweiten Zone sieht man links die Anbetung der 
Magier, aber in einer von der gewöhnlichen sehr abweichenden Anordnung. 
Das Kind sitzt auf einem Throne und empfängt da die Gaben der Weisen; 
auf zwei anderen Lehnsesseln, rechts und links von diesem Throne, sitzen 
Maria und eine mit einem dunkeln Pallium bekleidete Frau, in welcher Gar- 
rucei eine Amme sehen will, ivahrend Andere, mit mehr Recht, in ihr die 
Personiiication der Kirche erblicken. In der entsprechenden Scene rechts 
wollte man früher Jesus im Tempel finden; Kondakoff und de Waal 1 sehen 
11- 
  
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Mosaik in S. 
Maria Mnggiore in Rom. 
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Fig. 324. 
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ung im Tempel. 
Mosaik in S. 
Maria Maggiore in Rom. 
(Nach G a 1' 
hier ganz richtig den in dem sipokryphen Matthäusevangelium Kap. 24 ge- 
schilderten Empfang der heiligen Familie in Aegypten, wo das Oberhaupt 
der Stadt mit seinem Volke gzcnessit ad llfariavn et adoravit infantmnf  der 
erste Fall, wo sich ein ganz, nicht bloss in seinen Details, dem Apokryphon 
entnommenes Sujet in der christlichen Kunst verwendet zeigt: denn Ochs und 
Esel an der Krippe des Herrn sind, wie uns der hl. Hieronymusg bezeugt, 
nicht aus Angaben des Apokryphons, sondern aus einer in das Gesammt- 
bewusstsein des gläubigen Volkes übergegangenen Vorstellung zu erklären. 
Die dritte Zone umfasst den Kindermord und die Magier vor Herodes. Unter 
diesen drei Zonen sieht man wieder die Städte Bethlehem und Jerusalem, 
Während am Stirnpunkt des Bogens in einem bcsternten, das Firmament vor- 
stellenden Discus das Monogramm AÄU) prangt. Der Gesammtcharakter 
Röm. 
Quartalschrift 
1881, 
2 Itin. 
Paul a0 
Tonum
        

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