Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889967
Sechstes 
Buch. 
las Panvinio in der Tribuna noch einige Worte, welche de Rossi also er- 
gänzt: marmORIBVS ET P-iOTza-ra (oder u-ris) DECORAVIt. Die Ausmalung 
der Basilika ging also von einer einzigen Person aus, und diese war Siricius, 
welcher vor seiner Wahl zum Papste Presbyter tituli Pastoris (d. i. Pudcntiaizae) 
war. Ausserdein bot das Buch in der Hand des Erlösers eine von Oiacconio 
handschriftlich bewahrte Inschrift: DOMINVS CONSERVATOR ECCLESIAE 
PVDENTIANAE, womit die hochinteressante Thatsache ausgesprochen ist, 
dass Siricius die Kirche nicht erst neu begründete; seinem Bau war die 
Ecclesiia Pudentiana vorausgegangen, d. h. die Ecclesia in domo Pudentis. 
Schon 1867 hatte de Rossi die Existenz eines Lector de pudentiavza (ecclesia) 
nachgewiesen, welcher 384 starb. 
Die Restauration des Oardinals Caetani im Jahre 1588 schnitt ein Stück 
der Concha ab und nahm infolgedessen zwei der zwölf Apostel, die den 
Herrn umgaben, weg  eine von Ciacconio bestätigte, von Garrucci mit 
Unrecht angezweifelte Thatsache. Damals verschwand auch das Monogramm 
Hadrians, welches de Winghe und Ugonio auf den dritten, Ciacconio auf den 
ersten Papst dieses Namens bezogen hatten. De Rossi zeigt, dass nur an 
Letztern zu denken ist, von dem der Liber pontiiicalis bezeugt, dass er den 
Titulus Pudentis, d. i. die Ecclesia sanctae Pudentianae, aus ihren Ruinen er- 
neuert habe. Den Zustand des Bildes nach 1588 veranschaulichen zwei Zeich- 
nungen der Zeit. Es geht daraus hervor, dass die Restaurationen des Car- 
dinals Caetani bloss in Stuckfüllungen bestanden. Die barberinischen Aquarelle 
geben ferner eine hochwichtige Inschrift auf dem oifenen Buche, Welches 
Paulus hält, eine Inschrift, die auch der Bischof Suarez von Vaison notirt 
hatte. De Rossi hatte seiner Zeit aus des Letztern Angaben die Inschrift so 
zu restituiren versucht: Fzmdata a Leopardo et Ilicio Valent. Aug. et [Eu- 
tropio oder NGOMTIO  conss. perfecta [Ionorio Aug. IIII et] Eutycialzo conszelibzis. 
Später gab er zu, dass dieser Text doch nur theilweise gesichert ist. Gegen 
Ende des 17. Jahrhunderts verschwand bei der durch die Cistercienser vor- 
genommenen Reconstruction des Hochaltars die Inschrift, welche Cardinal 
Caetani angebracht hatte, und wurden auch, wie de Rossi glaubhaft ist, die 
beschädigten Stellen des Mosaiks wiederum mit Stucco ausgebessert. Zu An- 
fang dieses Jahrhunderts unternahm der Cardinal Litta eine unbedeutende 
Restauration desselben; 1829 stellte sich eine umfassende Ausbesserung als 
nothwendig heraus: jetzt erfuhr das Werk leider eine totale Ueberarbeitung. 
So publicirte es Fontana (Musaici delle chiese di Roma tav. 13). Immer 
schrieb man es noch dem Mittelalter zu1, bis Vitet unter dem Einflusse 
de Rossfs es dem 4. Jahrhundert vindicirte. Labarte gab dann die erste 
Farbenskizze des gegenwärtigen Zustandes. Garrucci ging auf die von dem 
Zeichner des Cardinals Francesco Barberini herrührende (in Bull. l. c. repro- 
ducirte) Copie zurück. Die Tafel de Rossfs bietet den gegenwärtigen Zu- 
stand mit Hinzugabe der jetzt fehlenden untern Zone, welche aus den Zeich- 
nungen Ciacconids, del Pozzo's und der barberinischen ergänzt wurde. Dazu 
tritt eine in den Text eingedruckte Ansicht, welche nur den jetzigen Zu- 
stand mit einer leichten, die restaurirten Partien unterscheidenden Abtönung 
gibt (s. Titelbild). Sind wir so über die neuesten Restaurationen wohl unter- 
richtet, so konnte zweifelhaft erscheinen, worauf sich diejenige des Papstes 
1 Vgl. BUNSEN und PLATNER a. 
260. BARBET m: JoUY l. o. 
O. III 
48 s. 
VITET in 
bis 39. 
J ourn. 
des 
Savants 
1863 , 
26
        

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