Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889756
Bildercyklen 
vierten, fünften 
sechsten Jahrhunderts. 
anderseits auf Gemälden, Sarkophagen, Gläsern und Mosaiken finden (S. 289  
Es sind folgende. Aus dem Alten Testament: 1. Adam und Eva; 2. Kain 
und Abel; 3. die Arche Noe's; 4. das Opfer Abrahams; 5. der Mosescyklus 
(Moses zieht die Schuhe aus; Durchgang der Juden durchs Rothe Meer; 
Moses schlägt Wasser aus dem Felsen; er empfängt die Gesetzestafeln; die 
Manna- und Wachtelspeisung; Sieg über die Amalekiter); 6. David und 
Goliath; 7. Himmelfahrt des Elias; 8. die Geschichte des Jonas (in den be- 
kannten vier Situationen); 9. die des Job; 10. Daniel in der Löwengrnbe; 
11. die drei Jünglinge im Feuerofen; 12. Tobias. Aus dem Neuen Testament: 
1. die Geburt Christi und Anbetung der Hirten; 2. die Weisen aus dem 
Morgenlande; 3. die Taufe Christi im Jordan; 4. die Hochzeit zu Kana; 
5. die Speisung der Fünftausend; 6. Christus Wandelt auf dem Meer; 7. die 
Heilung der Blutflüssigen; 8. die Heilung des Blinden; 9. die Heilung des 
Gichtbrüchigen; 10. die Auferweckung des Lazarus; 11. die Verleugnung Petri. 
Diese Liste zeigt sofort, dass dies Dittochaeum in seinen 49 Scenen weit 
über den Vorrath von Bildern hinausgeht, von welchem man annehmen kann, 
dass er Prudentius bekannt war. Schon dieser Umstand kann an der Autor- 
schaft des Letztern Zweifel erwecken. Der Cyklus des Dittochaeum steht in 
der 'l'hat den Cyklen der karolingischen Zeit, z. B. dem der Egbert-Handschrift, 
näher als dem Geiste des 4. und 5. Jahrhunderts. Es kommen andere Gründe 
hinzu, welche es mehr als wahrscheinlich erscheinen lassen, dass Prudentius 
nicht der Verfasser der Tetrastichen ist. Die äussere, handschriftliche Be- 
zeugung lässt zu wünschen übrig 1. Die Darstellung in dem Dittochaeum ist, 
wie auch Brockhaus anerkannt hat (S. 158), im Unterschied von Prudentius 
sonst so schwunghaftem Stil trocken, nüchtern, nicht im Tone der poetischen 
Paraphrase gehalten, wie sonst bei unserm Dichter und bei Iuvencus, Sedulius, 
sondern mehr rein descriptiv, wie in den Tituli der spätern Zeit. Ich will 
damit nicht unbedingt die Unechtheit des Dittochaeums behaupten, sondern 
zunächst nur auf die Schwierigkeiten hingewiesen haben, welche seiner An- 
crkennung als einem echten Werke des Prudentius entgegenstehen. 
Ein gesicherteres Bild cyklischer Darstellungen aus dem Ausgang des 
4. oder Anfang des 5. Jahrhunderts gibt uns eine Homilie des um 410 ge- 
storbenen Bischofs Asterius von Amasea in Pontus, welcher die zu seiner 
Zeit sowol für den privaten Gebrauch als für die Innendecoration der Kirchen 
hergestellten Wandteppiche also beschrieb: ,Auf diesen Stoffen siehst du 
Löwen, Panther, Bären, Stiere, Hunde, Wälder, Felsen, Jäger: kurz alles, 
was die Meisterschaft der Maler in Nachahmung der Natur zu schaffen weiss. 
Nicht bloss Wände und Häuser sind mit [so figurirten] Stoffen bekleidet, 
sondern auch die Menschen in ihren Tuniken und Oberkleidern (Pallien). Die 
Frömmsten unter uns lassen sich von den Webern die evangelischen Ge- 
schichten einwirken: Christus inmitten seiner Apostel und dann seine Wunder 
alle, wie das Evangelium sie erzählt. Man sieht da die Hochzeit von Galilaea 
mit den Wasserkrügen; den Paralytischen, der auf den Schultern sein Bett 
Wegträgt; den Blindgebornen, wie er mit wenig Speichel geheilt wird; die 
blntilüssige Frau, welche den Saum des Kleides des Herrn berührt; die 
Sünderin zu den Füssen des Herrn; Lazarus vom Grabe zum Leben zurück- 
1 Indessen bezeugen, wie TRAUBE (De 
Ambrosii titulis [Hermes 1892, p. 1159]) kürz- 
lich nachgewiesen hat, die Randglossen zu 
HEIRICI Vita Germani V 4 und Cod. Paris. 
12 949 den Vers fraestolatae ovans spon- 
sam (statt des gewöhnlichen Textes ,Prae- 
stolatae oves sponsmä) de gentilibus Isaarf als 
von Prudentius. 
25 m:
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.