Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889743
Sechstes Buch. 
Testamentum Vetns. Testamentum Novum. 
15. Duodecim lapides in Iordane.  39. Ager Sanguinis. 
16. Raab meretrix. 40. Domus Caiphae. 
17. Samson leonem necat. 41. Columna ad quam iiagellatus est 
18. Samson vulpes capit. Christus. 
19. David Goliath sternit. 42. Passio Salvatoris. 
20. Regnum David. 43. Sepulchrum Christi. 
21. Aediiicatio templi. 44. Mons Oliveti. 
22. Filii Prophetarum. 45. Passio Stephani. 
28. Oaptivitas Israel. 46. Porta speciosa. 
24. De Esechia rege. 47. Visio Petri. 
48. Vas Electionis. 
49. Apocalypsis Ioannis. 
Rösler (a. a. O. S. 133) glaubt, dass die Wahl dieser Scenen durch Rück- 
sichten der Typologie bedingt sei; Steinmann (a. a. O. S. 76) nimmt für die 
Gegenüberstellung der Verkündigung und des Sündenfalles ebenfalls den typo- 
logischen Sinn in Anspruch, meint aber, der Dichter habe dann sofort zu 
Gunsten einer chronologischen Anordnung der Bilder die typologische Gegenüber- 
stellung fallen lassen. Vielleicht ist es zutreffender, zu sagen, dass derselbe 
in dieser Gegenüberstellung nur im allgemeinen die typologischen Beziehungen 
des Alten zum Neuen Bunde betonen wollte. 
Es ist ganz richtig, wenn Brockhaus (a. a. O. S. 266) hervorhebt, dass 
Prudentius auch sonst sich in seinen poetischen Schilderungen in einer eigen- 
thümlichen Abhängigkeit von Bildwerken bewegt. ,Oft macht es den Ein- 
druck, als 0b er die ganze Anlage dieses oder jenes Gedichtes auf die An- 
führung dieses oder jenes biblischen Bildes zugespitzt habe. Oft geht er ohne 
ersichtlichen Grund zu einer solchen biblischen Schilderung über und scheint 
darüber den ganzen Zusammenhang vergessen zu haben. S0 ist es z. B. der 
Fall bei dem fünften Hymnus im Buch Cathemerinon. Der Dichter schildert 
in demselben das Licht der angezündeten Kerzen und gelangt dabei zum 
Preise Gottes, des Ursprungs alles Lichtes; dies führt ihn auf die Erscheinung 
Gottes vor Moses als brennender Flamme im Dornbusch (v. 31w36). Er ver- 
bindet damit die Feuersaule, in der Jehovah das Volk durch die Wüste führte 
(v. 37-44). Nun aber, den Cyklus der Mosesgeschichte fortführend, schildert 
er die Verfolgung des ausziehenden Israel durch Pharao, dessen Untergang, 
das Wasser aus dem Felsen, die Versüssung des bittern Wassers von Mara, 
die Wachteln und das Manna; knüpft daran die mystischen typologischen 
Beziehungen und gelangt durch die letzteren auf das Mysterium der Eucharistie 
und das dadurch bewirkte ewige Leben, um erst gegen den Schluss wieder 
auf den eigentlichen Gedankengang des Gedichtes zurückzulenken und von 
der durch das Licht erhellten Nacht weiter zu reden. Aehnlich findet man bei 
dem siebenten Hymnus Cathemerinon, dem Hymnus in der Faste, eine so 
ausgedehnte Schilderung von hervorragenden Fastenbeispielen (Elias, Johannes, 
die durch J0nas' Predigten erschütterten Niniviten, Christus selbst), dass sich 
der ganze Hymnus beinahe in diese Schilderung auflöst. Eine ebensolche 
ausgedehnte Aneinanderstellung von biblischen Scenen findet sich in der Apo- 
theosis (v. 601-766)" Brockhaus hat dann eine verdienstvolle Zusammen- 
stellung der Schriftscenen unternommen, welche sich bei Prudentius einerseits,
        

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