Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889671
Altchristliche 
Baukun S2 
ich diese Nachricht für apokryph. Der jetzige Ambon von S. Lorenzo ist ein 
Werk späterer Zeit (8. Jahrhundert): er zeigt (Fig. 317) die Apsida gfüddtd, 
deren auch Augustin gedenkt, d. h. den halbkreisförmigen Ausbau, zu dem 
man auf Stufen heranstieg. Diese Stufen hatten Absätze, zu welchen man 
je nach dem kirchlichen Rang der Vorlesenden heranstieg; auf der höchsten 
las der Bischof das Evangelium oder predigte er, auf der niedrigsten war es 
wol, wo der Katechumene das Glaubensbekenntniss sprach. 
Unter den uns erhaltenen Ambonen, welche Fleury zusammengestellt und 
meist abgebildet hat 1, nehmen die beiden von Thessalonichz einen hervor- 
ragenden Platz ein. Denjenigen der Panteleimonkirche mit der merkwürdigen 
Darstellung der Madonna mit Kind und den WVeisen aus dem Morgenlande 
haben wir unter den seltenen Sculpturwerken der griechischen Kirche bereits 
kennen gelernt; ein zweiter AmbonS hat Arcadennischcn mit Muschelconchen 
und an den Seiten der Balustrade das Monogramm Christi. Dem 6. Jahr- 
hundert wird noch der Ambon des Bischofs Agnellus im Dom zu Ravenna4, 
der des Marinianus vom Jahre 597 in S. Giovanni e Paolo 5, der von S. Apol- 
linare Nuovoö (Unterbau erneuert), der des hl. Severus in S. Spirito7, von 
S. Agata ebenda S, der von Murano9 zugeschrieben. Aus dem 7. Jahrhundert 
ist der Ambon von Tor- 
 w;    cello 10, der der Miseri- 
   cordia in Anoonall zu 
    nennen. Auf die späte- 
Q ACQW L 2 ' ren Ambonen kann hier 
L;       cäirräglegäaänlgzeri) 
  . t    derer Pracht scheint der 
l r      l   uns von Paulus Silentia- 
 ä rius und einem Anony- 
 mus. beschriebene Am- 
tlt: bon in der Sophienkirche 
Fig. 317. Ambo aus S. Lorcnzo fuori lo mura bei Rom. zu Constalltinäpel Ige- 
wesen zu sein, er sc ion 
bald nach seiner Entstehung durch den Zusammmensturz der Kuppel zer- 
stört ward 12. 
Die Gemeinde wohnte dem Gottesdienste im allgemeinen stehend oder 
knieend bei; das Sitzen wird bei Optatus (IV 78) noch als unpassend be- 
zeichnet; doch kam es auch vor, dass man sich zur Anhörung der Predigt, 
(Vge jetzt noch im Süden, auf den Boden setzte oder hinwarf 13. Schon Augustin 
e catechiz. rudib. c. 13) erwähnt es als eine bessere Einrichtung, dass 'en- 
seits des Meeres (also wol in Italien) gelegene Kirchen Sitzbänke (Scol-ilia) 
eingerichtet hatten, was auch Paulin von Nola (Poem. XX 114) bestätigt. 
Diese Sedilien sind ohne Zweifel aus Holz gefertigt gewesen; über ihre Ge- 
staltung und ihre künstlerische Behandlung wissen wir nichts. Indessen ist 
1 FLEURY l. o. III 1 s. 
2 Ibid. p]. 70. 71.  Vgl. BAYET Rech- 
p. 105 s. 
9 Auch abgebildet bei Homzmenn a. a. O. 
Fig. 115. 
4 FLEURY 1. c. p]. 172 s. Dazu die Re- 
stauration p. 12. 
5 Ibid. pl. 174. 6 Pl. 175. 
7 P1. 176. 8 Pl. 177. 
" Pl. 178. 
1" Pl. 179. 
" P1. 180. 
12 FLEURY III 8. 
13 CAESAR. ARELAT. Serm. XXVI.
        

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