Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889600
Fünftes 
von Papst Honorius I, 625-638), in S. Pancrazio ebenda (aus Silber, 
von demselben Papste herrührend [Lib. Pont. in Hononl), in S. Susanna 
(Marmorciborium, von Papst Sergius [687_701] an Stelle eines hölzernen 
gesetzt), in S. Agata, S. Crisogono, in Ravenna in S. Apollinare in 
Classe (unter Erzbischof Valerius [807-812] gestiftet, 846 von den Sarazenen 
geraubt); im 9. Jahrhundert das jetzige von S. Apollinare in Classe1. Etwa 
derselben Zeit gehört das Fragment eines Ciboriums aus Porto, aus den Ruinen 
des Xenodochiums des Pammacliius an, dessen Inschrift auf Lco III geht 2, 
und das Ciborium aus S. Prospero im Museum zu Perugia (Fig. 310). 
Holtzinger glaubt constatiren 
 zu können, dass die Miniaturen 
yiäig zwischen dem 8. und 11. Jahr- 
   hundert in der Ersetzung des Py- 
ßßki;   ramidendachs durch das Kuppel- 
n, dach bei Darstellung solcher Ci- 
 borieii einen Reflex der Kirchen- 
i  iälßfßllllöekhür ier Zeit wiedeygeben. 
x   ie uns er a tenen abendländi- 
ll sehen Denkmäler bestätigen dies 
    4 nicht, und es wird wol Jene Be- 
o."   obachtung nur fur den Umkreis by- 
    zantinischer Denkmäler ihr Recht 
i"   "ljiffg" T; behalten. 
 l    Die künstlerische Wirkung 
 3   1  dieser Ciboriumsaltäre erhöhte sich 
i?     durch die aufihren Akroterien auf. 
  XWYÖN 2  , f,  gestellten oder von ihnen herab- 
    W t;  hangenden Lampen oder Hange- 
x"   "ig- f- lichtertragendeSchalenßiabataß, 
   5- deren Schenkung sehr oft im Pon- 
 tilicalbuch erwähnt wird; noch 
 mehr durch die kostbaren Vela, 
  eulfllllllllliltm,üwmigmmmillillf" i Y Vorhänge, welche, wenn sie an 
iläiftigli FTÄSTIIII. j ff I! allen vier Seiten des Altars hingen, 
Möii-ijäiyufb Tetravela hiessen und deren das 
Fig. 310. Ciboriuni in Perugia. Papstbuch ebenfalls unzähligemal 
gedenkt 4. Diese Vorhänge waren 
entweder ganze, eine Arcade deckende Stücke oder getheilt; sie werden meist 
aus kostbarem Stoffe (ex coccmo) gefertigt, hier und da bestickt gewesen sein; 
sie hingen an Querstangeii in Ringen und wurden durch eine Schnur geöffnet 
und geschlossen. Solch ein Veluni stellt das Mosaik der S. Georgskirche in 
Thessalonich dar. Das kostbarste seiner Art besass, laut der Beschreibung 
des Paulus Silentiarius, die Hagia Sophia in Constantinopel 5. 
1 FLEURY 1. c. II tav. 7. 
2 Bull, 1866, p. 100.  FLEURYl. e. II tav. 6. 
3 Vgl. Real-Encykl. I 548. 
4 Auch hierin lehnte sich die christliche 
Kunst an die antike Uebung an, der es eine 
aus ihrem innersten Charakter entspringende 
Gepflogenheit war, in Tempeln wie in an- 
deren Gebäuden die Säulenintercolumnien mit 
Vorhängen oder Scheidewänden zu sehliessen. 
Vgl. SEMPER Der Stil I 2 (1878) 265. MAU 
Geschichte der decorativen Wandmalerei in 
Pompeji. Berl. 1882. 
5 Descr. Sanctae Sophiae v. 758 sq.  
Vgl. Hourzmunn a. a. O. S. 146. 151, Fig. 105.
        

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