Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889550
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bei dem Concil von Epaon (517); streng durchgeführt wurde sie sicher noch 
ange nicht.  
An dem Tischaltar unterschied man die Platte (Menscdl von dem Unter- 
bau. Der letztere bestand zuweilen aus einer einfachen Aufmauerung, wo dann 
illiiälfeiläsfäiä Iäiflälfefäiuliäiliafiffififmfiläfäleä.gäiisäilillaiäliiilfäff 
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zoiital auf den beiden anderen, vertical gestellten auflag, wie ein Altar des 
6. Jahrhunderts in S. Vitale zu Ravenna zeigt: das war eine Form des antiken 
Tisches, die uns auch in Pompeji begegnet. Meistens aber ruhte die Altar- 
mensa auf Säulen oder Tischfüssen, die manches Mal da erwähnt werden, wo 
Verfolgte das Asylrecht der Kirche in Anspruch nahmen, indem sie sich unter 
den Altar flüchteten und die Füsse desselben umklaminerten; ein berühmtes 
Beispiel dafür gab Papst Vigilius, welcher in einem Briefe der ganzen Welt 
erzählt, wie ihn in der Peterskirche die Soldaten unter dein Altare weggerissen 
hätten und wie dabei der letztere umgestürzt sei. Die Zahl der die Mensa 
tragenden Säulen schwankt zwischen einer, vier und fünf. Die Mensa selbst 
war meist mit einem Rande versehen, der oben mit einer Neigung zur Platte 
 hin Prenlinn, an den freistehenden Seiten 
 mehr oder weniger reich mit christlichen 
 Symbolen geschmückt und mit Ornament ge- 
 ziert war. Weinreben, das Monogramm des 
 Herrn, die Tauben und Lämmer spielen 
 auch hier die Hauptrolle. Die Randseiten 
b,"  werden häufig zur Anbringung von Inschrif- 
II]  ten benutzt, wie die Beispiele aus Minerva, 
f?  S. Cassian, aus der Basilika zu Tebessa be- 
Bß! 4a Die auf uns gekommenen Exemplare 
Jf  solcher Altäre aus dem  Jahrhundert 
  sind alle mehr oder weniger beschädigt. Von 
  Xx einer einzigen Säule getragen ist der schöne 
wg 306. Alm. von Aurm Altar von Auriol in Südfrankreich (5. Jahr- 
hundert; Fig. 806) 2, dessen Plattenrand das 
constantinische Monogramm zwischen zwölf Täubchen zeigt. Nahe verwandt 
sind die Altäre von S.-Marcel (Museum zu S.-Germain)3 und S-Querin (jetzt 
in Vaison)4, welche auf zwei oder vier Säulen standen. Vier Säulen hatte 
der Altar in der Papstkrypta, und ebenso der 1875 an der Via Cassia in 
Baecano gefundene 5, wo auch die dreieckigen Füsse mit Weinlaub und Mono- 
grammen geziert sind. Von fünf Säulen getragen waren die südgallisclieii 
Altäre in S.-Victor (5. Jahrhundert), in der Krypta der lil. Martha zu Ta- 
rascon, der des hl. Agricola in Avignon 6. Von älteren Abbildungen sind 
charakteristisch die Mosaiken von S. Giovanni in Fonte zu Ravenna (5. Jahr- 
hundert) 7 und von S. Cosma e Damiano in Rom (6. Jahrhundert). Das Mosaik 
von S. Giovanni zeigt die Sitte, die heiligen Schriften auf dem Altar auf- 
geschlagen zu lassen. 
1 So bei Papst Vigilius, 536-555. 
2 BAnuizs Notice sur un autel chrcät. etc. 
Paris 1861.  FLEURY 1. c. I 225, 111.47, u. ü. 
3 FLEURY 1. c. I 127, p]. 48. 
Kraus, Geschichte der Christ]. Kunst. I. 
4 Ibid. p]. 49. 
5 DE Rossl Bull. 1875, p. 142, tav. 
G Vgl. zu allen FLEURY 1. c. 
7 HOLTZINGER a. a. O. S. 115, Fig. 
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