Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889544
Fünftes Buch. 
Pfeilern. Die jetzt leicht zugespitzten Bogen Waren ursprünglich halbkreis- 
förmig. Im Umgang tragen die Arcaden hölzerne Architrave, ein Motiv, das 
laereits im lateranensischen Baptisterium beobachtet wird und dann von den 
Byzantinern zu den Arabern überging. Die Holzkuppel, die auf einer Zwerg- 
galerie aufsitzt, ist arabischer C0nstructi0n1. 
Der Felsendom hatte nicht bloss für die maurische, sondern auch für 
die christliche Architektur grosse Bedeutung. Seit die Christen Jerusalem 
erobert (1099) und die Templer sich als Hüter dieser Stätte hier nieder- 
gelassen, ward der Felsendom, den man sich als den Tempel Salomonis vor- 
stellte, für die Tempelkirchen typischz; er rückte in die Gemälde iian- 
drischer und italienischer Meister ein und fand im ,Sposalizio' Raffaels seine 
Stelle. 
ßfgnleäl- u Unsere Betrachtung der altchristlichen Basilika hat sich schliesslieh noch 
mit den Gegenständen der Inneneinrichtung zu beschäftigen: nicht nach 
dem ganzen Umfange des archäologischen und liturgischen Interesses, welches 
diese in Anspruch nimmt, sondern insoweit ein künstlerischer Gedanke bei 
derselben in Ausführung kommt 3. 
Alm- Das ist zunächst bei dem Altar der Fall. Die hohe Bedeutung dieser 
Sacramentsstätte rechtfertigt es vollkommen, wenn die christliche Kunst ihr 
im Laufe der Jahrhunderte die grösste Aufmerksamkeit schenkte und ihre 
höchsten Leistungen auf den Schmuck der Altäre richtete. Der Altar des 
christlichen Alterthums geht zunächst von der einfachen Sargform aus, wie 
sie die Zeit der Katakomben kannte und neben welcher dann seit dem 2. 
und 8. Jahrhundert die Tischgestalt aufkam. Letztere ergab sich aus der 
Feier der heiligsten Geheimnisse in den Privathäusern der Stadt. Schon in 
dem Mahl, welches beim Eingang von S. Domitilla gemalt ist, können wir 
eine Andeutung derselben erblicken. Von den sargförmigen Altären, in 
welchen der Leib eines Martyrers eingeschlossen war, sprechen Paulinus von 
Nola und das 5. Concil von Karthago (401, e. 14). Solch einen Sargaltar 
stiftete Pulcheria, Theodosius" II Schwester (414); und mit Rücksicht auf diese 
Form nennt Gregor von Tours den Altar des heiligen Kreuzes in Poitiers 
eine Kiste (Arca), wie deren noch eine in der Unterkirche von S. Cosma e 
Damiano gezeigt wird. 
Der tischförmige Altar ist die Regel geworden. Dass er ursprünglich 
aus Holz hergestellt war, wird durch patristische Zeugnisse (bei Athanasius, 
Optatus, Augustin) erhärtet4; aber man ging schon seit dem 4. Jahrhundert 
zu dem Steinaltar über, wie das bei Chrysostoinus, Gregor von Nyssa u. s. w. 
bezeugt ist; das Decret Sylvesters I, welches nur mehr die Verwendung der 
Steinaltäre gestattet, ist gewiss apokryph, doch treffen wir diese Verfügung 
1 DE Vocülä Le Temple de Jerusalem etc. 
p. 94.  SEPP und ADLER a. a. O.  J. N. 
SEPP und BERNII. SEPP Die Felsenkuppel 
eine justinianische Sophienkirche. München 
1882. Dagegen Dmno I 89, Taf. 10 2-3, dem 
ich hier folge. 
2 Vgl. ÜTTE a. a. O. I 24. 
3 Vgl. für das Folgende Real-Encykl. l 
34 ff. HOLTZINGER a. a. O. S. 114.  Die 
rcichhaltigste Sammlung des Materials bietet 
jetzt das umfangreiche, wenn auch in seinem 
Text nicht imm er befriedigende Werk ROHAULT 
DE FLEURYYS La Messe. Etude archeologique 
sur ses monuments. 8 vols. Paris 1883-1889. 
4 Solch einen einfachen Holztisch, mit 
Tüchern überkleidet, zeigt meines Erachtens 
das Mosaik mit dem Opfer Melchisedeehs in 
Ravenna (FLEURY l. c. I pl. 3.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.