Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889520
Fünftes 
ursprünglichen Grabeskirehe erhoben. Fergusson zeigte die erste Anlage in 
der Moschee (lmars, dem sogen. Felsendoni oder der Tempelkirche, Während 
Adler die Grabeskirehe als einen die beiden Stätten der Kreuzigung (Golgatha) 
und des Felsengrabes (die Anastasis) begreifenden Gesammtbau ansieht 1. 
Das Zeitalter der Kreuzzüge hat eine Reihe von Nachbildungen der Heilig- 
grabkirche im Abendlande hervorgerufen: in Deutschland sind diejenigen zu 
Fulda, Konstanz und Paderborn zu nennen 3, von denen seiner Zeit zu sprechen 
sein wird. So hat der Typ der Anastasisrotunde eine Bedeutung gewonnen, 
deren sich wenige Bauwerke erfreuen konnten. Welches Denkmal der Welt 
konnte auch dem fronnnen Sinne des Mittelalters theurer sein als dieses? 
Aehnliche Anlage und ähnliche Schicksale Wie die Anastasis hatte die 
gleichfalls unter Constantin d. G. entstandene Himmelfahrtskirche auf 
dem Oelberge, die jetzt bis auf geringe Reste verschwunden ist. Die 
 Aeusserungen des Eu- 
 , sebius (Vita Const. III 
E 43), Sulpicius Severus 
und Paulinus von Nola 
 i'll  (Ep. XXXI ad Sev.) er- 
 f, X gehen sich nur in All- 
 gemeinheiten. Nur der 
j Bericht des Arculfus bei 
l   dem ebener-wähnten 
.1   Adamnanusß gibt uns 
II I f   l II Nachricht über die Ge- 
- t gre  l - Stall; dieser Kirche, die 
    l  I ein von drei Portiken um- 
Hll"   gebener Rundbau War 4. 
 ß I Eine dritte Rotunde 
 . lag bei Jerusalem im 
ä i. Thale Josaphat, die 
K? 1.11 J ebenfalls von Arculfus 
 bei Adainnanus (l. c. p. 
v: 507) und einem andern 
. o0    fränkischen Pilger vom 
Fig. 304. Grundriss des Felsendonis in Jerusalem. Jaillfß     
erwähnte, sc on rüher 
von Procopius (V G) besprochene Marienkirche, vielleicht schon aus dem An- 
fang des 5. Jahrhunderts. 
Der Felsendom auf Moriah (Moschee Omars, Kubbet es-Sakkrah 
(Fig. 804 u. 805), welcher auf der Stelle des Saloinonischen Tempels steht, 
ist, wie oben bemerkt werden, von Sepp als ein Werk der justinianischen 
Zeit erklärt werden, während ihn Adler als ein Denkmal altarabischer Kunst 
betrachtet und neuerdings Dehio ihn, de Vogüe folgend, als einen byzantinischen 
1 Vgl. Fnneusson An Essay on the an- 
cient Topography of Jerusalem. L011d. 1847. 
Dazu SEPP in der Allg. Zeitung 1872, Nr. 321. 
B. ADLER Der Felsendom und die hl. Grabes- 
kirche zu Jerusalem. Berlin 1873; und 
wiederum SEPP in der Allg. Zeitung 1875, 
Nr. 30. Mnssnmn ebd. 1873, Nr. 314. Die 
Controverse dürfte durch die Untersuchungen 
Anmans im wesentlichen abgeschlossen sein. 
2 OTTE a. a. O. I 23. 
3 MABILLON 1. e. p. 509.  Vgl. BEDA 
Hist. V 18. 
4 Lmvoln l. c. I 249.  CIAMPINI p. 162. 
 Dmuo I 37, Taf. 10 1.
        

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