Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889255
Baukunst 
Altchristliche 
kirche, von Justin umgebaut); s. Theodori. Etwas mehr als den Namen 
kennen wir von der Hagia Iohannes Studios (einer dreischifügen Basi- 
lika mit geradem Gebälk, Tribuna, Vorhalle, Atrium  der M arien- 
kirche zu den Blachernen (nach Nicephorus Call. von Pulcheria ge- 
gründet, 1434 zerstört; vermuthlich eine dreischiflige gewölbte Kirche mit 
Stützenwechsehz; der Marienkirche zu Chalkoprateion oder äu HWQ 
(die Theodosius begründet und Pulcheria vollendet hat, jetzt auch zer- 
stört; Langhaus mit abgerundeten Querarmen) 3. Die Kirche des hl. Poly- 
eukt war nach 440 durch Kaiserin Eudokia begonnen, durch Anicia Iuliana 
um 527 beendigt worden; eine dreischifiige Säulenbasilika mit Narthex, von 
Westen nach Osten gerichtet, angeblich mit Apsiden an den Langseiten. Die 
Decke und die Marmorverkleidung der Seitenschiife werden von den byzantini- 
schen Schriftstellern wegen ihrer Pracht besonders gerühmt. Neben der West- 
front stand ein zweistöckiges Baptisterium, in welchem die Taufe Constantins 
gemalt war. Die von Justinian d. Gr. errichtete Doppelkirche S. Ser- 
gius und Bacchus hat uns Procopius (I 4) beschrieben. Die eine Kirche, 
uns noch erhalten, ist eine Centralanlage, von der wir noch weiter unten 
zu sprechen haben; die andere, welche mit jener Vorhalle und Narthex 
theilte, war vermuthlich eine dreischifiige Pfeilerbasilika mit Architraven und 
Kreuzgewölben 4. 
Weder diese Bauten Constantinopels, noch diejenigen, welche sich im 
übrigen auf der Balkanhalbinsel und im eigentlichen Griechenland nachweisen 
liessen, zeigen ein von dem abendländischen Typus wesentlich verschiedenes 
Schema; höchstens kann die durch das frühere Aufkommen des Mönchthums 
bedingte Bevorzugung der Emporenanlage als eine speciiische Eigenschaft der 
griechischen Kirchen in Anspruch genommen werden. Von einem eigenthüm- 
lichen ,byzantinischen Stil' kann bei diesen basilikalen Anlagen noch keine 
Rede sein. 
Thessalonich besass eine grosse Zahl von Kirchen, unter denen die- 
jenigen des hl. Demetrius, die Apostelkirche, S. Bardias, S. Elias, 
besonders die jetzige Moschee Eski-Dshuma die bedeutendsten Waren? Diese 
wie S. Demetrius werden noch dem  Jahrhundert zufallen. Beides waren 
Säulenbasiliken mit flacher Decke, halbkreisförmiger Apsis, Emporen; die 
Säulen waren durch Archivolten verbunden. 
Die 1881 am Südabhang des Lykabettos zu Athen in ihren Ruinen auf- 
gedeckte Kirche war eine dreischiffige Säulenbasilika mit Apsis, bei welcher 
antike Säulen Verwendung gefunden hatten 6. Interessanter ist die bei den 
Ausgrabungen in Olympia zu Tage getretene Basilika, Welche man, ohne 
irgend welchen bestimmten Anlass, als ,byzantinisch' bezeichnet hat. Gleich 
der atheniensischen stammt sie aus dem 5. Jahrhundert, und es ist anzunehmen, 
dass das grosse Erdbeben von 551 auch sie verheerte, worauf eine mit Höher- 
legllng des Bodens um 0,45 m verbundene Wiedereinrichtung für Gottesdienst 
Griechen 
land. 
' Kneum a. a. O. I 419.  Hüßscn 
S. 27, Taf. 5. 8.  SALZENBERG a. a. O. 
S. 36, Taf. 2-4. 
2 Hüßscn S. 80, Taf. 32 3-9. 33' (ver- 
suchte Restauration).  KRAUS Beiträge zur 
'II'rierischen Archäologie und Geschichte 
143. 
5 Hüßscn und KRAUS a. a. O. und Real- 
Encyki. I 142, wo die älteren Beschreibungen 
der Kirche erwähnt sind. 
4 Versuch einer Restauration bei Hüsscn 
S. '77, Taf. 32  
5 Tnxnsn 1. c. p. 131 s.  SCHNAASE 
 a. O. IH 126. 
6 Stmzveowsxl in Röm. Quartalschrift 
IV (1890) 3. 
22 H
        

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