Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889125
Narthex neu gebaut habe, istfindessen unhaltbar. Erzbischof Angilbert II 
(824-859) liess den berühmten Altarvorsatz, den Paliotto, durch Wolfmo 
herstellen (835), wol auch das Ciborium. Erzbischof Anspert (868-881) er- 
baute das Atrium, das schon 892 erwähnt wird. In die Zeit zwischen Angil- 
bei-t und Anspert wird man die Umgestaltung des Schiffes, des Presbyte- 
riums, der ganzen Basilika im Sinne des beginnenden lombardischexi Stils zu 
setzen haben. Alt ist jedenfalls auch noch die kleine, der Basilika. annexe 
ehemalige Basilika der Fausta, jetzt die Kapelle des hl. Satyrus genannt. 
Hübsch (S. 91) hat noch die nur von einer Fensteröffnung durchbroehene 
Apsidalmauer und die gegen das Langhaus hin auf zwei Pfeilern ruhende, 
an die Chormauer anstossende Kuppel dem ursprünglichen Bau des hl. Am- 
brosius zugeschrieben 1. 
In Mailand ist weiter die einschiflige Kreuzkirche S. N azari o Grande 
mit ihren in Apsiden ausladenden Kreuzarmen zu nennen, jetzt gänzlich moder- 
nisirt, in ihrem Grundplan und der Kuppel vielleicht noch altchristliehg; und 
ebenso in der Grundanlage auch S. Sepolcro, eine im 11. Jahrhundert umge- 
baute dreischiffige Basilika mit Vorhalle und in Apsiden ausladendem Querhaus 3. 
Der alte Dom von Neapel (S. Restituta)4, angeblich von Con- 
stantin d. Gr. gegründet, ist später zum Neubau der jetzigen Kathedrale 
S. Gennaro verwendet und dabei zur Hälfte abgebrochen, im übrigen im 
17. Jahrhundert modernisirt worden. Er war ursprünglich eine fünfschiffige 
Basilika mit antiken Marmor- bezw. Cipolinsäulen 5. 
Ueber die jetzt bis auf einige Reste zerstörten Bauten des hl. Paulinus 
in Nola (401-403) werden wir in einem anderen Zusammenhange ausführ- 
licher zu sprechen haben. 
Südlich von Palestrina sind 1864 die Ruinen der schon zu Leo's Ill 
Zeiten baufälligen Basilika des hl. Agapetus aufgedeckt werden: ein ein- 
schifiiger (P) Bau mit Atrium und Apsis. Dem 4. Jahrhundert wird auch der 
in der Stadt stehende Dom des hl. Agapetus zugeschrieben, doch lasst das 
in den Ruinen des alten Fortunatempels steckende Mauerwerk auf die Zeit 
Papst Paschalis I schliessen 6.  
Ueber die mit einer Basilika (mit Apsis und Atrium) verbundenen um- 
fangreiehen Ruinen des Xenodochiums des Pammachius, welche Lan- 
ciani 1866 in Ostia, dem alten Portus, aufgedeckt hat, haben wir bereits 
oben uns verbreitet; die Reste der dort in Portus gelegenen Basilika des 
hl. Hippolytus behandelte de Rossi 7.  
1 Vgl. HÜBSGII Taf. 3". 3814.   
RARIO Monumenti sacri e profani di S. Am- 
brogio. Milano 1824.  ALLEGRANZA Spie- 
gaziolme o rifiessione sopra alcuni sacri mon. 
ant. di Milano. Mil. 1757.  BIRAGHI I tre 
sepolcri Santambrosiani scop. nel genn. 1864. 
Mil. 1864; Sui corpi dei SS. Vittore e Satire 
c sulla basil. di Fausta. Ibid. 1864.  Cunn- 
CETTI Ricerche sulY archit. relig. in Lom- 
bardia dal V a1 XI secolo (Politechxl. 1862); 
Ricerche szlulParchib. lombarda. 1869.  DE 
DARTEIN Etudä sur Parchit. lombarde et sur 
les origines de Tarchiteeture r0m.-byz. Paris, 
s. a.  Rowm Sette antiehe basiliche sta- 
zionali di Milano. S. Lorenzo. Mil. 1882.  
LANDRIANI La basil. Ambrogiana fino alla sua 
trasformavzione in chiesa lombarda a volta. l 
rcsti della basilica di Fausta. Mil. 188i). 
2 So Hüßscu S. 97, T'ai 411-1".  Dm 
Rossr Bull. 1864, p. 76, wo auch p. 39 be- 
treffs der Reste von Nabore e Felicc und 
S. Valeria. 
3 HÜBSGII S. 101, Taf. 44 "13. 
4 Ueber Neapels kirchliche Denkmäler 
vgl. GALANTE Guida sacra della. cittim di 
Napoli. Nap. 1873. 
5 Ibid. p. 26.  DE ROSSI Bull. 1871, 
p. 156.  CIAMPINI p. 142. 
6 SGOGNAMIGLIO Della primitiva basilica 
del martire S. Agapito. Roma 1864. 
7 DE ROSSI Bullettino di archeologia crist. 
Bull. 1866, p. 49.
        

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