Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1889112
Baukunst. 
Altchristliche 
einen ursprünglich einfachen Saalbau Wie den des Iunius Bassus an, der im 
4. Jahrhundert durch Einbeziehung einer Säulenreihe, Anordnung fester Wände 
und theilweisen Abbruch der oberen Umfassungsmauer in eine dreischiffige 
Basilika umgewandelt wurde; die Segmentform der Apsis hält Dehio dann 
mit Urlichs für das Resultat dieser Mutation. Ein bemerkenswerthes Motiv ist 
die Ueberspannung der Mittelschilfssäulen durch Archivolten statt der Archi- 
traven  eines der frühesten Beispiele dieser Lösung. Ueber die hochwich- 
tigen Mosaiken der Kirche s. unten. 
Um so erfreulicher ist es, nach und neben so vielen völlig modificirten 
Bauten wenigstens in S. Sabina auf dem Aventin eine im ganzen unveran- 
derte Hauptkirche des alten Roms nennen zu können. Diese dreisehiffige 
Basilika ist durch Papst Coelestin I (422-432) begründet, durch Sixtus III 
(432-440) vollendet worden. Sie hat ausser der halbkreisförmigen Hauptapsis 
eine südliche halbkreisförmige Nebentribuna und nördliche quadratische Exedra. 
Ob die Vorhalle ursprünglich ist, erscheint fraglich. Vierundzwanzig prächtige 
antike Säulen aus parisehem Marmor tragen die weit geschwungenen Backstein- 
Archivolten. Die Säulen sind korinthiseher Ordnung, eannelirt, und stammen 
alle von demselben antiken Bau (dem Tempel der Diana auf dem Aventin). 
Auch der oifene Dachstuhl ist noch erhalten 1. In ihren Holzthüren besitzt 
die Basilika von S. Sabina nicht minder wie in ihren Mosaiken 
ä g ü Schätze von hohem archaologischem Werthe, welche wir ander- 
  wärts zu würdigen haben. 
"x Von den ausserrömischcn Basiliken in und ausserhalb Ita- Außen-inni- 
   liens können hier nur die wichtigsten erwähnt, nur wenigen 
   einige Zeilen mehr gewidmet werden 2. In Italien bieten Al- 
  -   bano, Ariccia, Bovillo, Breseia, Capua vecchia, 
 Castel Savelli, Ciampino, Clitumno, Como, Fiesole, 
inS-Germßno- Fondi, Frascati, Grottaferrata, S. Maria in Dia- 
 eonia bei Grottaferrata, Lueca, Marine, Masseo 
Iäsßßnwßiß-ÄHS- bei Assisi, Murano  Novara, Ostia, Porto, Sutri, 
ganäifaußil,tjltss' Tarquinia, Tharsos (auf Sardinien), Tusculo mehr oder 
weniger unbedeutende Reste altchristlicher Kirchenbauten. Etwas 
mehr ist erhalten in S. Germane (quadratischer Bau mit drei Apsiden [Grund- 
riss Fig. 260], also streng genommen eine Centralanlage, deren Entstehungs- 
zeit ungewiss ist; der Mittelraum nach allen vier Seiten durch je zwei mit 
Archivoltcn überspannte Säulen abgetrennt  eine Disposition, die sich, ab- 
gesehen von den Apsiden, ähnlich im Trierer Dom wiederfindet) 3. 
Mailand besitzt mehrere Anlagen, welche wenigstens im Ursprung in 
die altchristliche Epoche hinaufreiehen. S. Ambrogio (S. Gervasio e Pro- 
tasio) ist 379-386 durch den grossen Kirchenlehrer Ambrosius erbaut werden, 
aus Anlass des Todes seines Bruders Satyrus und um die Gebeine der Mar- 
tyrer Gervasius und Protasius aufzunehmen 4. Zwischen dem Tode des hl. Am- 
brosius bis zum Episkopat des Erzbischofs Petrus (784-801) geschieht keine 
Erwähnung der Kirche. Unter ihm (784) wurde die ßella s. Ambrosif den 
Benedictinern übergeben. Biraghfs Ansicht, dass Petrus das Schiff mit dem 
 Hüßscn Die 
Taf. 78.  
p. 48; 1871, 
139.  
S. 12, 
1863, 
1 CIAMPINI 1. c. p. 
altchristlichen Kirchen 
 DE ROSSI Bull. 
p. 91 sg. 
I 
2 Vgl. Litteratur u. s. w. in Real-Encykl. 
136 ff. 
3 Hüßscn S. 48, Taf. 19 9. 20 2". 
4 Amßnos. Ep. XXII ad Mzu-cellinam sor.
        

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