Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885877
Finleiilätlä- 
rufen 1; jetzt konnte Leone Battista Alberti (1404-1472) seine aus- 
gebreitete und höchst einflussreiche litterarische Thätigkeit entfalten, welche 
den Sieg der Antike über die mittelalterliche Uebung entschied 2. Theoretischer 
Natur waren die im 15. und 16. Jahrhundert auftretenden Tractate des Lorenzo 
Ghiberti 3 und die Baulehre des Filarete (1400 bis c. 1469) 4, Pomponiß 
Gaurico (über die Sculptur), Paolo Pino's ,Dialoghi di pitturaß die Schriften 
Lionardo da Vinci's 5, die Anweisungen über Malerei von Lodovico Dolce 
(t 1566), Michelangiolo Biondo, Doni, Cristoforo Sorta, Glan- 
battista Armenini, Bernardino Campi, vor allem der ,Ripos0' deS 
geistvollen und feingebildeten Florentiners Raffaele Borghini (1584) und 
des Mailänder Malers Giov. Paolo Lomazzo ,Trattato dell' arte della pit- 
tura' (1589), neben denen etwa noch des Polifilo ,Hypnerotomachia' (lateinisch 
1467 , italienisch 1499) zu nennen sind. Unterdessen war aber auch die historische 
Seite des Gegenstandes aufgegriffen worden. Schon in der Zeit Ghirlandajds, 
zu Ende des 15. Jahrhunderts, muss in Florenz eine handschriftliche Auf- 
zeichnung über die Künstlergeschichten der Stadt bestanden haben, aus welcher 
der erst in neuester Zeit veröffentlichte Antonio Billi (ca. 1480-1550 oder 
1568  schöpfte, während Billi selbst von dem Unbekannten des Cod. Maglia- 
becch. (XVII, (17 benutzt wurde 6. Giorgio Vasari aus Arezzo (1512-1574) 
bleibt das unsterbliche Verdienst, der Welt zuerst eine eingehende Geschichte 
der italienischen Künstler geboten zu haben (1550 bezw. 1568) 7. Zahlreiche 
lrrthümer in den einzelnen Angaben und die einseitige Bevorzugung der 
Florentiner Meister gegenüber andern sind schon früh bemerkt werden. 
Schlimmer ist, dass Vasari jedes Verständniss für die vor die Renaissance 
fallende Kunst des christlichen Alterthums und des Mittelalters fehlt. Diese 
völlige Unzulänglichkeit seines Urteils für alles , was vor Giotto liegt, muss 
angesichts der sich noch immer wiederholenden Versuche, durch den Recurs 
auf Vasari die ältere italienische Kunstgeschichte zu verwirren, ausdrücklich 
betont werden. 
Im 17. Jahrhundert und noch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts 
haben immer die antiquarischen Interessen die Herrschaft bewahrt und sich 
1 Ed. princ-eps beider Romae 1486; ed. 
FRA GIOCONDO Ven. 1511. 
2 Opere, ed. BONUCCI Fir. 1843-49; K1. 
kunsthist. Sehr, übers. v. JANITSCHEK, Wien 
1877 (Quellensehr. Bd. XI). Die Vollendung 
des Werkes ,Del1a pittureü fällt 1435, ,De re 
aediiicatoriaü 1460-1489. 
3 LOR. GHIBERTI Comm. (e cod. Magliab), 
Bruchst, gesamm. im I. Bde. der Le Mon- 
nier-Ausg. des Vasari (1843) p. V-XXXV. 
4 FILARETFS Tract. über die Baukunst 
u. s. w., herausgeg. v. W. von OETINGEN, 
Wien 1890 (Quellensohr. N. F. Bd. III). 
5 Hiervon sind LioNARDds Schriften in 
der Ambrosiana zu Mailand, in Paris, London 
und Windsor erhalten. Erste Ausg. des Tratt. 
della pittnra, ed. DE FRESNE, Par. 1681.  
RICHTER The literary Works of L. da. Vinci. 
Lond. 1881 f.  M. JORDAN Das Malerbuch 
des L. da Vinci. Lpz. 1893. Erste correcte 
Ausg. durch LUDWIG- in EITELBERGERS Quellen- 
schriften, Wien 1881. 
ß Comr. DE FABRIGZY Il libro di Antonio 
Billi (Arch. stor. ital. 1891 V, 7). Wieder 
herausgeg. v. C. FREY, Ber]. 1892.  Den 
Cod. Magliabecch. XVII, 17 gaben wieder 
FREY (Berl. 1892), besser m: FABRICZY (I1 co- 
dice dell' anonimo Gaddiano [Arch. stor. ital. 
1893 V, 12]) heraus. 
7 VAsAnfs ,Vite de" piü eecellenti pittori, 
scultori ed architettf erschienen, von PAOLO 
Grovr angeregt, zuerst in Florenz 1550, dann 
sehr vermehrt 1568; nach der Ausg. von 
Bologna 1548 gab Borrnnr die seinige in Rom, 
3 Bde, 1759. Die beiden Hauptausgaben 
unseres Jahrhunderts sind die von den Ge- 
brüdern Cnnro und GAETANO MILnNEsI und 
P. Vmcnnzo MARCIIESE besorgte Le Monnier- 
sehe (Flur. 1845 f.) und die neueste von 
GAETANO MILANES1. 9 Bde. (Flora, Sansoni, 
1878 1885). Deutsche Uebers. von Sononn 
u. FÖRSTER. 6Bde. Stuttg.1832-1849. Ein 
die Ergebnisse der neuesten Forschung bieten- 
der krit. Commentar bleibt noch zu wünschen.
        

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