Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1888567
Fünftes Buch. 
muss jetzt hervorgehoben werden, dass die christliche Basilika keineswegs 
immer eine apsidale Ausladung hatte. Die kürzlich im römischen Africa ge- 
machten Funde zeigen uns christliche Basiliken ohne eine solche, mit halbkreis- 
förmigen Tribünen, welche aus der viereckigen Umfassung ausgespart sind. 
Mit dieser Form nähern wir uns wieder einem gewissen Schema der forensen 
Basilika. 
Die mi- Das Studium der christlichen Denkmäler Africa's und ebenso die Betrach- 
tung der Grundrisse der in den letzten Jahrzehnten erst ausgegrabenen Basi- 
liken des hl. Sylvester über S. Pris- 
7'"85 cilla und der hl. Generosa und der 
wxzy  hl. Petronilla s. unten) muss uns 
 überhaupt Wainen, mit apodikti- 
 scher Sicherheit einen von Anfang 
feststehenden basilikalen Typus zu 
A construiren und von diesem Product 
n o c m unserer Einbildungskraft aus ganz 
 i bestimmte Schlüsse auf die Geuesis 
O O  der Basilika zu machen. Ich er- 
 weise diesen Satz an dem Beispiel 
eines bisher gar nicht in der Kunst- 
geschichte beachteten, Weil noch 
o o nicht genügend publicirten Baues. 
Guerin hat seiner Zeit oberfläch- 
liche Nachricht von drei altchrist- 
liehen Basiliken gegeben, Welche 
O O er in Hidra, dem alten Ammedera, 
gesehen. Später hat W. Wilmanns 
 bei der für das C. I. L. unter- 
nommenen Bereisung Tunesiens Hi- 
O O dra besucht (1873174) und fünf alt- 
christliche Kirchen dort festgestellt, 
von welchen wenigstens zwei einer 
O O spätern, etwa der justinianischen, 
Zeit angehören und zum Theil aus 
alten Grabcippen aufgebaut sind. 
Die beiden ältesten und wichtigsten 
O O sind diejenigen der H aupt- oder Ge- 
 er!"   ineindebasilika und diejenige, von 
Fig. 210. Grundriss der Basilika II in Hidra. Welcher     zu NÜ-  
einen kleinen Grundriss gegeben 
hat. Diese zweite Kirche besteht aus einem 20 m langen und 7,85 m breiten 
Oblongum, welches durch ltundsäulen von sehr verschiedenartiger Bearbeitung 
(Basen und Capitelle wechseln, der Säulenschaft ist bald glatt bald cannelirt) 
in drei Schiffe getheilt ist. Allem Anschein nach waren die Säulen nicht ad 
hoc gearbeitet, sondern sind aus den Spolieu älterer Gebäude zusammen- 
anlage den Tempel einer syrischen Göttin zu 
Hierapolis, wie wir ihn aus LUCIANS Schrift 
llspi 157g Zupiag 195017 kennen. Auch hier gab 
es einen Unterbau (HErFpy), eine Vorhalle 
(Hpä-nyng), aus der eine vergoldete Thüre in 
die Cella (Ygdg) führte, hinter Welcher der 
nur den Priestern zustehende Chor (Odiu- 
pog) lag.
        

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