Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1888416
Alßßhxäsiliähß, 
würden. Derartiger Basiliken hatte z. B. die Villa der Gordiane drei, jede 
mit hundert Säulen 1, und eine andere, sehr prächtige befand sich im Palast 
Domitians 2. Dass solche Privatbasiliken gerade als Versammlungsorte der 
ältesten Christengemeinden dienten, wo deren von christlichen Besitzern zur 
Verfügung gestellt werden konnten, ist an sich wahrscheinlich, wird uns 
aber auch ausdrücklich berichtet. Schon die pseudoclementinischen Recogni- 
tionen (l. X n. 71) erzählen von einem reichen Einwohner Antiochiens, Theo- 
Philus, ,der die grosse Basilika seines Hauses zur Cultstatte für die Ge- 
meinde herlielr (domus suae ingentem basilicavn ecclesiae nomine conservaret"), 
und in Rom wurde im 4. Jahrhundert die Basilika des durch die Geburt 
und Erziehung des Kaisers Marc Aurel berühmt gewordenen Palastes des 
Lateran (aedes egircgiae Lateranomun) zur Kirche umgewandelt. Hier war 
(S, Wo man nach dem Zeugnisse des hl. Hieronymus die sittenreine Fabiola 
einst unter den Büssern stehen sah (Ep. ad Ocean.). Auch die Basilica 
Slcinini, welche Ammianus Marcellinus als ein christliches Bethaus Cubi 
ritus christiani est comzenticulzeviz, XXVII 3) bezeichnet, war ohne Zweifel 
solch eine Privatbasilika, an deren Stelle dann die Basilica Liberiana, die 
heutige S. Maria Maggiore, erbaut wurde. In Alexandrien (Basilica Caesarea)3 
und namentlich im römischen Africa (Basilica Fausti 4, Celerinae, Florentii, Gra- 
tiani, Theodosii, die Leontiana, die Basilika bei Babour 5) werden eine Anzahl 
Basiliken erwähnt, deren Benennung schon schliessen lässt, dass sie aus Haus- 
basiliken erwachsen sind. 
ES gab aber noch andere Versammlungsorte der Christen. Die Scholae, Scliolae. 
flllf welche in neuester Zeit die Aufmerksamkeit gelenkt worden istß, kann 
10h Zwar als eine eigene Classe von Bethäusern nicht anerkennen. Jene, in 
dfäl" Paulus zu Ephesus lehrte (äu 27"; 01027") Tupduvou, Apg. 19, 9), dürfte unter 
die Kategorie der Privatwohnungen fallen, jene anderen, Welche den Grab- 
anlagen annex waren, wie der Vorraum zum Eingang von S. Domitilla 7, fallen 
unter unsere zweite Kategorie. Diese zweite Classe von Vereinigungsorten 
waren die Coemeterien. Wir haben aber gesehen, wie und weshalb die An- 
1386 dieser Todtenstädte unter dem Schutz des Gesetzes vor sich gehen konnte; 
dies nämliche Gesetz, welches die Anlage und Construction der Coemeterien 
den Christen gestattete, kam auch, namentlich seit Letztere sich die Einrich- 
tungen der Funeralcollegien zu eigen machten, ihren gottesdienstlichen Ver- 
Sammlungen zu statten, insoweit dieselben sich auf die Beerdigung ihrer 
TOdten bezogen. Freilich nicht in weiterm Umfange; und wir sehen denn 
111 der That, wie die römische Polizei auch in den Coemeterien Verhaftungen 
V0rnahn1 (Papst Sixtus) und die Katakomben mit Sequester belegte, als im 
Laufe der Verfolgungen die Christen ihre Coemeterien nicht bloss zu Begräbniss- 
ZWecken, sondern auch zu anderen Synaxen benutzten. 
 Es war früher eine sehr verbreitete Ansicht, dass in den Katakomben DieKi-ypter 
eine Anzahl Krypten oder Kapellen zum Zwecke des Gemeindegottesdienstes Kgggicn 
 der Kata- 
komben. 
' lUL. ÜAPITOL. Gerd. c. 32. ed. WESSELING p. 40.  Tab. Peuting. Diad- 
2 PLUT. Popl. c. 15.  Snnw Reisen Taf. 32. 
3 EPIPH. Haer.  69, n, 2.  SOCRAT. 6 Vgl. K. LANGE Haus und Halle. Lpz. 
VH 15-  AMBRos. Ep. XXIX ad Theo- 1885. BALDW. BROWN From Schola to Ca- 
dos- thedral. A Study of early Christian Archi- 
4 Comment. in serm. XL AUG. ed. SIR- tecture and itarelation to the Life ofthe 
MOND 1 343, ' Church (Edinb.1886), besonders p. 31 f. 51 f. 
5 Itin. Anton., ed. PARTHEY (1848) p. 17; 7 Bllll- 1855, P- 97-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.