Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1888392
Fünftes 
Buch. 
Die 
altchristliche 
Baukunst 
DIE völlige Scheidung des Ohristenthums vom J udenthum ist in der ap0sto- Versnnlnl- 
lischen Zeit bekanntlich nicht sofort nach der Gründung der Kirche vor  
sich gegangen. Die Christen hielten anfänglich noch die vorgeschriebenen 01111810"- 
Gebetsstunden der Juden ein (Apg. 3, 1) und gingen auch noch in den Tempel 
das Gebet verrichten (ebd. 2, 46. Luc. 24, 53); namentlich predigten die 
ÄPOSteI in der Halle Salomons (Apg. 8, 11; 5, 12) und pflegten sie draussen 
111 der Mission ihr Wort zuerst in den Synagogen an das auserwählte Volk 
211 richten. Indessen hatten sie von Anfang an jenen ,Opferaltar, von dem 
Dmjenigen nicht essen durften, welche dem Zelte dienteir (Hebr. 13, 10). Für 
11198611 Altar, d. h. für die Feier der Eucharistie, bedurften sie also auch eines 
618911611, den Mitgliedern der Ohristengemeinde allein zugänglichen Raumes, 
111111 es war selbstverständlich, dass dieser Raum überhaupt den gottesdienst- 
11611611 Vereinigungen (Synaxen) und auch der Predigt dienen musste, seit 
1111611 der Zerstörung Jerusalems und des Tempels auch das letzte Band ab- 
gerissen wurde, welches die junge Gemeinde noch mit dem jüdischen Oult 
Verbunden hatte. Dass dieser Raum in den Privathäusern gefunden wurde, 
Sagt uns die Apostelgeschichte: man ging von Haus zu Haus, um das Brod 
211 brechen (zur, 117x011; 2, 46), und nach der Himmelfahrt des Herrn kamen 
(119 Apostel in dem ,0bern SpeisesaaP eines Hauses (nicht dem Söller, wie 
Luther übersetzt hat) zusammen (ebd. 1, 13; 2, 1. 42. 46). Ausserhalb der 
1191118611 Stadt hielt man es ähnlich (ebd. 20, 9). So wird in Ephesus die 
Drehnung Aquila's und Priscilla's als Ort der Synaxe erwähnt (1 Kor. 16, 9), 
111111 ebenso in Rom das Haus derselben Personen (Röm. 16, 5), neben welchem 
(118 Ueberlieferung die Wohnungen des Senators Pudens, der hl. Lucina, später 
der Matronen Eutropia und Anastasia, der hl. Oaecilia als Ecclesia bezeugt. 
D19 Didache (c. 14) spricht zwarvon der Versammlung an dem dem Herrn 
geweihten Tage, vermeidet aber offenbar aus Rücksicht auf die Verfolgung 
Jede nähere Angabe über den Ort derselben. Justin der Martyrer ant- 
Wortet in seinem Verhör vor dem Präfecten zunächst ausweichend: man ver- 
Semmle sich, wo man eben Wolle und könne, keineswegs Alle an einem Orte. 
A11f das Drängen des Präfecten erklärt er sich aber weiter dahin, dass er 
Seine Schüler beim Hause eines gewissen Martinus, nahe dem Timotifml" 
genannten Bade versammle und dass er auch jetzt, bei seinem zweiten Aufent- 
113117 in Rom, keinen andern Versammlungsort kenne 1. Der christenfeindhehe 
1 Zu diesen Privatbadhäusern scheinen 
die Oratorien gehört zu haben, deren Reste 
Kraus. Geschichte der ehristl. Kunst. I. 
in der Casa 
Bull. 1867, 
im 18. Jahrhundert bei S. Prisca 
dei Cornelii Pudenti (m1 Rossl 
17
        

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