Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1888340
Viertes 
Zeit liebt die Darstellung Christi und seiner Apostel in conventionellen Compo- 
sitionen; eine dritte zeichnet sich bereits durch Abwesenheit menschlicher 
Gestalten aus. Diese drei Classen sind indessen keineswegs streng geschieden, 
und die von Bayet beliebte chronologische Classification unterliegt mancherlei 
Bedenken. Dem Inhalte nach unterscheide ich zunächst einige Sarkophage 
von einfachster Behandlung: die Deckel sind pultdachahnlich oder gewölbt, 
mit akroterienartigen Ausladungen an den Ecken; an der Vorderseite grosse, 
ausladende Kreuze mit verlängerter Verticalhasta1. Charakteristisch ist unter 
diesen Särgen der Sarcofago dei Traverscvrzd, dessen Vorderseite zwischen 
zwei Kreuzen gedachter Form eine sehr grosse, leere Inschrifttafel bietet; 
an den Ecken Pilaster. Man wird sofort an die oben geschilderten syrischen 
Sarkophageuerinnert. Eine zweite Classe bilden die an den Vorder- wie an 
den Schmalseiten vorwaltend oder nur mit Pflanzen- oder Rankenornament 
mit eingesäten kleinen Kreuzen, Vögeln, Pfauen versehenen Exemplare 3. 
Einzelne dieser Sarkophage, wie diejenigen in S. Apollinare in Classe, weisen 
ein überaus reiches und geschmackvolles Ornament auf (vgl. Fig. 202 und 
203); bei anderen, wie auf der Urne in S. Nazario e Celso, greift mehr 
eine trockene, schematische Behandlung platz. Das Vorherrschen des Lammes 
auf dem Hügel oder zweier Lämmer, zwischen denen Kreuz oder Monogramm 
stehen, charakterisirt eine dritte Classe, bei der wir auch schon das Auf- 
treten der Palmen und die Gliederung der Front durch Arcaden gewahren. 
Wenig zahlreich ist die vierte Abtheilung, die der biblischen Sujets. Wir be- 
gegnen dem Pastor bonus 4, dem lüscher 5, Daniel zwischen den Löwen, der 
Auferweckung des Lazarusö, der Anbetung der Magier7; dann auf den 
Schmalseiten eines bei S. Nicole degli Agostiniani auf der Strasse stehenden 
Sarkophags der Verkündigung und einer zweiten Scene, in der Garrucci 
Mama's und Josephs Verlobung, Bayet, wol mit Recht, die Besuchung 
1 GARRUGCI tav. 3111, wo der Deckel be- 
schrieben ist; tav. 392 2-3. 
2 Ibid. tav. 3891, nur der Decke]. 
3 Ibid. tav. 3115. 337 1.2. 345 2- 3. 3562-3. 
390 z". 3913; mehrere 
Garruecif 
4 Ibid. fav. 3712. 
6 Ibid. tav. 3324. 
andere 
5 Tbid. 
7 Ibid. 
fehlen bei 
tav. 3714. 
tav. 3112.
        

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