Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1888327
Vi ertes 
innocens in pacc Deo begleitet ist 1. In Philippeville und Lambessa sind Sarko- 
phage, die jetzt nach dem Louvre gebracht sind, mit einem Busto des guten 
Hirten, Gefässen und Kronen geschmückt. Ein Sargdeckel von Dcllis zeigt in 
den Fluthen spielende Delphine, einer in Collo Palmen als Umrahmung, einer in 
Tebessa eine Orans mit einem Propheten und der Personification Roms. Der 
erwähnte Sarkophag von Dellis zeigt den thronenden jugendlichen Erlöser 
nebst sechs Wunderscenen (darunter Daniel mit dem Drachen), welche unter 
theils korb- theils spitzbogigen Arcaden geordnet sind und deren (lurchaus 
antik-römischen Typ die schlechte Abbildung Garruccils 2 nicht wiedergibt 
(Fig. 200). 
Nur Wenige Sarkophage hat das dalmatinische Littorale aufzuweisen. 
Derjenige von S pa 1 ato 3 bietet den Durchgang durchs Rothe Meer in einer sich 
so eng an zwei Darstellungen desselben Sujets aus Arles4 anschliessenden Weise, 
dass man annehmen darf, diese Stücke entstammen demselben Atelier, vielleicht 
zugleich mit dem römischen Exemplar 5. Eine ganz verschiedene Physiognomie 
hat der hochinteressante Sarkophag von Salona, den Conze zuerst (1872), 
im Orient, 
dann Durand (1874) bekannt gemacht haben 6. Seine Vorderseite wie die Schmal- 
seiten sind von kräftigen Pilastern umstellt; auf jener sind die Sujets wieder 
unter drei Arcaden vertheilt, deren mittlere, spitzgieblige von einem von zwei 
Vögeln getragenen Blumengewinde umzogen ist; unter ihr steht der gute 
Hirte, in dem zweiten, bärtigen Typus geschildert. Unter den rundbogigen 
Arcaden rechts und links sieht man hier einen Mann, dort eine Frau, beide 
umringt von einer grossen Zahl von Kindern. Die nämlichen beiden Personen 
kehren, mit wenigem Gefolge, an einer der Sehmalseiten wieder, während die 
andere Schmalseite den Genius des Todes mit umgestürzter Fackel bietet. Wir 
haben es hier offenbar mit der Darstellung eines Lehrers und einer Lehrerin 
zu thun, eines Berufes, dessen auch in den Inschriften gedacht wird 7 (Fig. 201). 
Auffallend ist die äusserst geringe Zahl von Sarkepliagen, Welche uns im 
Orient und im Bereich der griechischen Kirche erhalten sind. Die 
1 Abbildung bei P31; 
2 Star. tav. 3213. 
3 Ibid. tav. 3094. 
4 Ibid. tav. 309 U. 
5 Ibid. tav. 309 3. 
6 Ibid. tav. 299 1-3. 
ATE 
F 
217, 
325 
7 Vgl. Rev. archeol. 1877, p. 61.  Die 
Darstellung erinnert mich lebhaft an das 
Epigramnl der Theodom (fidei magistrcz), 
welches sich im Anhange von des DAMASUS 
Opuscula et gesta (ed. SARAZAN. Romae 1754) 
p. 244, n. 5 findet.
        

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