Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die hellenistisch-römische Kunst der alten Christen, die byzantinische Kunst, Anfänge der Kunst bei den Völkern des Nordens
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1885311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1888240
Viertes Buch. 
Modelle, welche die heidnischem wie christlichem Bekenntniss zugänglichen 
Ateliers und Verkaufslocale bedingen mussten. Das ist das merkwürdige 
bleierne Weihwassergefäss aus dem Ende des 4. oder Anfang des 5. Jahrhunderts, 
welches um 1866 in Tunis gefunden wurdel und welches neben den belieb- 
testen Typen christlicher" Sculptur die Allen geläufigen Jagd- und Seestücke 
wiedergibt, Welche wir auf den profanen Gefässen zu treffen pflegen, selbst 
eine Meernymphe und einen betrunkenen Silen (Fig. 198). Der Fall ist cha- 
rakteristisch und zeigt, mit welcher Naivetät die Künstler, bei solchen Werken 
der Kleinkunst wenigstens, verführen. 
Ueber die Persönlichkeit dieser Künstler erfahren wir aus dem 
christlichen Alterthum fast nichts. Jedenfalls kann mit den uns erhaltenen 
Bildwerken kein uns überkommener Name in Beziehung gesetzt werden. Waren 
die Quattuoir Coronati, deren Martyreracten in neuester Zeit vielfach besprochen 
worden sindg, in der That Künstler, so geht aus ihrer Passio hervor, dass 
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Bleigefäss aus 'J.'unis. 
das Ansinnen, polytheistische oder unsittliche Bildwerke zu schaffen, auch an 
christliche Bildhauer herantrat. Nicht immer scheinen dieselben, wie auch aus 
Tertullians Aeusserungen hervorgeht, solchen Zumuthungen gegenüber die 
Charakterstärke der vier Coronati gehabt zu haben, deren Andenken in der 
Basilika auf dem Caelius fortlebt. Eine Künstlerinschrift bietet uns der Sarg des 
Eutropos, der uns zugleich den Bildhauer an der Arbeit zeigt 3. Bezeichnend 
ist, dass der in dem Atelier dieses Christen ausgearbeitete Sarkophag nur 
zwei Thierköpfe in der cannelirten Vorderseite, kein positiv christliches Emblem 
zeigt. Die Künstlerinschrifteil, welche uns sonst begegnenßi, gehören schon 
alle dem beginnenden Mittelalter an; höchstens wäre hier ein Urnenhändler 
Daniel zu erwähnen, dessen Cassiodor (Var. III 19) gedenkt, und jener Fl. Ter- 
tullus, Welcher ,(le arte sua domnn enclesiae (Zerlittö, etwa auch die Inschrift 
1 DE ROSSI Bull. 1866, p. 77-87.  
GARRUCCI VI 33 sg., tav. 428.  LE BLANT 
l. c. pl. 10. 
2 Vgl. Real-Enoykl. II 678. DE Rossx 
Bull. 1879, p. 45 sg. Neues Archiv V 227. 
MEYER Forschungen XVHI 577. 
XI 202. 
3 FABRETTI 1. c. VIII 587. 
tav. 488 9. 
4 Real-Flncykl. II 258. 
Neues Archiv 
 GARRUCCI 
5 Dom Inscr.
        

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